Stellenabbau kostet Milliarden
Der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola will im Rahmen seiner laufenden Umstrukturierung weitere 7.000 der etwas mehr als 100.000 Arbeitsplätze abbauen.
Daraus und aus Sonderabschreibungen auf Investitionen und Anlagevermögen entstünden Belastungen von rund 3,5 Milliarden USD, teilte das Unternehmen. Die Aufwendungen fielen zu rund 90 Prozent im zweiten Quartal an, schmälerten aber auch die Ergebnisse im dritten und vierten Quartal, hieß es weiter.
Der Jahresgewinn je Aktie werde um 1,10 USD reduziert. Ohne Berücksichtigung der Sonderposten bekräftigte Motorola aber seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das zweite Quartal und das Gesamtjahr 2002.
Von den Belastungen entfallen Motorola zufolge 1,9 Milliarden USD auf Umstrukturierungsmaßnahmen, einschließlich des Personalabbaus. Seit August 2000 hat das Unternehmen seine Belegschaft von damals 150.000 Beschäftigten auf 107.000 Ende März dieses Jahres reduziert. Motorola sei mit dem Stellenabbau im Plan und werde die Zahl der Mitarbeiter bis Ende 2002 auf 100.000 verringern, hieß es. Weitere 1,1 Milliarden Dollar der Sonderbelastungen entfallen den Angaben zufolge auf Abschreibungen auf Investitionen und andere Vermögenswerte nach den GAAP-Bilanzvorschrifen. Zudem schreibe Motorola die letzte Rate von 530 Millionen Dollar aus einem Kredit an die inzwischen zahlungsunfähige türkische Mobilfunkgesellschaft Telsim ab.
2001: Welt-Handymarkt schrumpft erstmalsGewinn im Gesamtjahr
Motorola zeigte sich zuversichtlich, im zweiten Quartal den vorausgesagten Umsatz von rund 6,4 Milliarden USD zu erzielen oder zu übertreffen. Auch der prognostizierte Quartalsverlust von 0,04 USD je Aktie dürfte vor Sonderbelastungen erreicht oder ein besseres Ergebnis erzielt werden.
Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ohne die Aufwendungen einen Gewinn je Aktie von mindestens vier Cent. Der Umsatz sollte im Vergleich zum Vorjahr um fünf bis zehn Prozent niedriger ausfallen.
