27.06.2002

OPEN NODE

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User markieren offene Funknetze

Drahtlose Netzwerke etablieren sich zunehmend auch in Unternehmen: Die neu gewonnene Mobilität und Flexibilität lässt die so genannten WLANs [Wireless Local Area Networks] zu einer interessanten Alternative reifen.

Doch keine Woche vergeht ohne neue Nachrichten über die Unsicherheit von Funknetzen. Da der Funkverkehr auch durch Mauern dringt, ist es leicht, Zugriff auf das Firmennetzwerk zu erlangen, ohne das Firmengebäude oder Büro direkt betreten zu müssen.

Sport: "War-Driving" und "War-Chalking"

Die Suche nach offenen drahtlosen Firmennetzwerken hat sich in den USA und in Großbritannien bereits zu einem Sport für Eingeweihte entwickelt. Das "War-Driving" genannte Ansteuern offener Wireless-LAN-Verbindungen erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Mittels "War-Chalking" halten die "War-Driver" nun genau fest, wo sich die ungesicherten Netzwerke befinden. Mit Kreide werden Symbole an Hauswände oder auf Gehsteige gemalt, um nachfolgende Hacker über die Existenz des offenen Netzes zu informieren.

Drei Symbole

Als Jones seine Idee auf seiner Homepage bekannt gab, wurden User und Medien darauf aufmerksam, und wenig später erwartete ihn eine wahre E-Mail-Flut an begeisterten User-Comments.

Kreide garantiert Aktualität

"Viele Leute haben mich gefragt, warum wir denn nicht Sticker oder Farbe aus der Spraydose verwenden," sagt Jones. "Aber gerade durch die Kreide muss man immer wieder herumgehen, um die Symbole zu erneuern, und so wird auch die Gültigkeit jedesmal überprüft, und die Zeichen bleiben aktuell und richtig."

Außerdem würden die Hausbesitzer auf die Kreide hoffentlich nicht gar so sauer reagieren wie auf Lackfarbe.

Pros & Cons

Einige Systemadministratoren haben zwar bereits ihre Bedenken zu dem Projekt geäußert, doch laut Jones soll es auch schon positive Reaktionen gegeben haben.

"Wenn ein Admin dieses Zeichen vor seiner Haustür sieht, ist er gewarnt und kann darauf reagieren. Ich habe schon einige E-Mails von Systemadminstratoren bekommen, die von der Idee begeistert waren und sich die Symbole sogar an die Wand hängen wollten," erzählt Jones.

Doch nicht nur die Administratoren beäugen das Projekt mit Misstrauen, auch Communities, die es sich zum Ziel gesetzt haben, WLANs voranzutreiben, sehen das Image durch die vermeintlichen Hacker-Aktivitäten geschädigt.