25.06.2002

BORG 22

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Fingerabdruck für Essensausgabe

Wie die ARGE Daten berichtet, hat das Gymnasium im 22. Wiener Gemeindebezirk gemeinsam mit Siemens für die Essensausgabe der

Schüler ein Fingerprint-Erfassungssystem installiert.

Essen per Fingerabdruck

Das System stelle einen unzumutbaren, weil völlig überflüssigen Eingriff in die Privatsphäre dar, so Zeger weiter.

Um ein Essen zu bekommen, müssen die Kinder täglich mittels Fingerabdruck das Essen für den nächsten Tag bestellen.

Aus dem Büro der Stadtschulrätin Susanne Brandsteidl hieß es, man respektiere den Standpunkt der Schule zwar, dennoch werde man eine rechtliche Überprüfung durchführen.

Datenverwendung nicht registriert

Wie eine Anfrage beim Datenverarbeitungsregister [DVR] ergab, wurde diese Datenverwendung nicht registriert. "Ob dies bloß aus dem völligen Ignorieren von Datenschutzbestimmungen erfolgte oder wohl wissend, dass ein derartiger Registrierungswunsch beim Stadtschulrat auf erhebliche Skepsis stoßen würde, ist nicht feststellbar", ärgert sich Hans Zeger.

Eltern damit einverstanden

Direktor Alf Mathuber kann den Rummel um die Essensausgabe an seiner Schule nicht nachvollziehen:

Das System bestehe seit zwei Jahren und bringe eine Reihe von Vorteilen: Die Essensausgabe gehe schneller, die Kinder könnten ihre Berechtigung dazu auch nicht verlieren. Außerdem seien die Eltern damit einverstanden.

Wer nicht will, könne außerdem auf herkömmliche Chipkarten zurückgreifen.

Die Daten der Schulkinder werden streng vertraulich behandelt, betonte der Schuldirektor. Auf die Computer, auf denen sie gespeichert seien, hätten nur zwei Personen mit zwei verschiedenen Passwörtern Zugriff. "Verlässt ein Schüler die Schule, werden seine Daten vernichtet", betonte Mathuber.

Er wies auf die technische Zuverlässigkeit des Fingerabdruckscanners hin: Solche Geräte würden sonst nur in "Atomkraftwerken und Gefängnissen" eingesetzt.