"Gefühlte Sicherheit" entscheidend
Der Tenor des Symposiums "Digitales Geld" des Trierer Instituts für Telematik ist eindeutig: Es hängt entscheidend von der "gefühlten Sicherheit" des Kunden ab, welches Internet-Bezahlsystem sich am Markt durchsetzen wird.
Weitere Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg seien einfache Bedienung, transparente und bequeme Abwicklung sowie niedrige Kosten für Verbraucher und Anbieter, hieß es.
"Die technischen Probleme sind mehr oder weniger alle gelöst. Offen bleibt die Frage, wie für das Verträge schließen und Bezahlen im Internet mehr gesellschaftliche Akzeptanz und juristische Absicherung erreicht werden kann", sagte Prof. Christoph Meinel, Direktor des Instituts für Telematik.
Die beliebtesten Bezahlverfahren beim Online-Shopping sind Marktforschern zufolge immer noch die Überweisung nach Rechnung [fast 90 Prozent der Internet-Käufer], die Lastschriftabbuchung [über 70 Prozent] und die Nachnahme-Zahlung [rund 65 Prozent]. Den größten Bedarf für neue Verfahren sahen die Symposiums-Teilnehmer im Bereich der Abrechnung von Klein[st]-Beträgen [Micropayment], wie sie beim Kauf von Software oder digitalen Musikstücken anfallen. Um rentabel arbeiten zu können, seien hier aber die Sicherheitsanforderungen geringer.
Institut für TelematikZu kompliziert
Nach dem übereinstimmenden Urteil der meisten Referenten sind Internet-Bezahlsysteme "selbst für die technische Avantgarde" noch zu kompliziert zu bedienen.
Verständlich sei der Wunsch nach einem einheitlichen Standard. Mehrere Experten warnten deutlich davor, Kreditkartenangaben unverschlüsselt über das Internet zu übermitteln. Dies komme "russischem Roulette" gleich, betonte der Chef eines IT-Sicherheitsunternehmens.
