Streiks bei der Deutschen Telekom
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Deutschen Telekom [DT] für diese Woche zu bundesweiten Streiks und Protestaktionen aufgerufen.
Vor der vierten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag solle der Druck auf den Konzern erhöht werden, einer spürbaren Entgelterhöhung zuzustimmen, teilte die Gewerkschaft am Wochenende mit.
Die Versuche der Telekom, den Kündigungsschutz aufzubrechen und Arbeitszeitverkürzungen mit Einkommenseinbußen durchzusetzen, seien eine Unverschämtheit, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Rüdiger Schulze.
"Angesichts dieser Provokation" rufe Verdi ab heute zu Protestaktionen und Streiks auf, die über die gesamte Bundesrepublik gestreut würden. So werde etwa am Montagvormittag vor der Telekom-Zentrale in Bonn eine Großkundgebung stattfinden. Zum Verhandlungsbeginn am Donnerstag in Berlin würden rund 5.000 Beschäftigte und Verdi-Chef Frank Bsirske zu einer Demonstration erwartet.
130.000 Telekomarbeiter wollen mehr LohnEine Provokation
Die Gewerkschaft fordert für rund 124.000 Beschäftigte der Telekom eine Erhöhung der Bezüge um 6,5 Prozent und eine Laufzeit des Tarifvertrags von längstens zwölf Monaten.
Der bisherige Tarifvertrag der Telekom war Ende April ausgelaufen. Die Telekom hatte vor rund zwei Wochen in der dritten Runde erstmals ein Tarifangebot abgegeben und will die Gehälter vom 1. Juli 2002 um insgesamt 3,8 Prozent erhöhen. Für das Folgejahr werde eine Erhöhung der Entgelte um weitere drei Prozent vom 1. Mai 2003 angeboten.
Die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi hatte dieses Angebot als "Provokation" zurückgewiesen, da sich das Telekom-Angebot wegen der verzögerten Gehaltsaufstockung nach dem Auslaufen des Tarifvertrages eigenen Berechnungen zufolge lediglich auf 3,1 Prozent belaufe.
