Hardware-Player setzen auf WLANs
Schon seit rund eineinhalb Jahren ist immer wieder zu hören, dass sich lokale Funknetzwerke [WLANs] zu einer ernsthaften Konkurrenz für UMTS entwickeln könnten.
Dieses Horrorszenario für die Mobilnetzbetreiber, die allein für die UMTS-Lizenzen Milliarden ausgegeben haben, war bislang allerdings eher theoretischer Natur, da zwar die technischen Voraussetzungen durchaus vorhanden sind, der Betrieb von WLANs aber vor allem von kleinen Unternehmen vorangetrieben wurde, die nicht das Potenzial haben, die lokalen Netze im großen Maßstab miteinander zu verbinden.
Dieses Bild ändert sich jetzt, weil immer deutlicher wird, dass die großen Computer-Konzerne in den WLANs ihre Chance für den Einstige in die drahtlosen Netze sehen.
So haben IBM, Hewlett Packard, Compaq und Cisco jeweils Pläne angekündigt, im großen Maßstab in die WLAN-Technologie und Betreiber-Modelle zu investieren.
Drahtloser Internet- und Netzwerkzugang in öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen, Flughäfen und Hotels bereitet den Anbietern von UMTS-Telefonnetzen schon im Vorfeld der UMTS-Markteinführung Kopfzerbrechen. Gerade in den "Hotspots" wie Hotels, Konferenzzentren oder Flughäfen dürfte sich bei der wichtigsten UMTS-Zielgruppe, den Geschäftsleuten, der größte Bedarf an Datenanbindungen ergeben.
Drahtlose LANs als Konkurrenz für UMTSDas Roaming-Problem
WLANs an Hotspots vermehren sich derzeit rasant, allerdings hat die Technik noch ein gravierendes Handicap: Von Roaming oder einem übergreifenden Abrechnungssystem sind die Netze weit entfernt.
Dies will aber beispielsweise IBM jetzt ändern und dafür ein Service anbieten, mit denen die einzelnen Knoten verbunden werden und dafür gesorgt wird, dass der Betrieb reibungslos läuft und zudem skalierbar ist.
Der gegenwärtige Ansatz, nach dem sich vor allem kleinere Firmen um die Pflege einzelner, lokaler Hotspots kümmern, hat nach Einschätzung von IBM allein wegen der dünnen Kapitaldecke keine Überlebenschance. Ziel des Konzerns ist es, eines Tages auch Sprachdienste über WLANs anzubieten, sobald ausreichend große regionale Netze gespannt sind.
Mit WLAN-Roaming gegen UMTSSpiele im WLAN
Hewlett Packard entwickelt unterdessen fleißig mobile Dienste, die über WLANs laufen und nicht mehr auf Geschäftskunden sondern eher auf spielwillige Jugendliche abzielen.
So entwickeln die Hewlett-Packard-Labs in Bristol mobile, ortsabhängige Online-Spiele und an der Universität von San Diego erprobt der Konzern einen Friend-Finder auf Handheld-Basis.
Mit diesen Diensten stellt sich HP in direkte Konkurrenz zu aktuellen Entwicklungen auf dem Handy-Sektor: "Es wäre töricht, wenn sich die Branche nur auf ein einzelnes System wie UMTS verlassen würde," erklärt dazu der HP-Forschungschef Dick Lampman.
Hewlett Packard Labs BristolHP und Cisco
Und auch zusammen mit Cisco will HP in den Markt für Wireless LANs einsteigen. Dazu haben die Unternehmen [noch zu Compaq-Zeiten] eine WLAN-Lösung vorgestellt, die zuverlässige, sichere und schnelle Mehrwertdienste für Geschäftsreisende unterwegs bieten soll.
Die Rolle HPs ist dabei die des Integrators, der für das Design, die Implementierung und den Betrieb des "Cisco Mobile Office" [CMO] verantwortlich zeichnet.
Cisco wird für den Aufbau einer integrierten Infrastruktur sowohl drahtlose als auch klassische Netzwerkprodukte und -technologien zur Verfügung stellen.
WLAN-Lösungen von Compaq und CiscoZu guter letzt arbeiten auch immer mehr Hersteller von Mobiltelefonen wie LG [Electronics] und Nokia daran, ihre Handys WLAN-fähig zu machen.
Wireless LAN goes Mainstream
