Die Technologie hinter Wimbledon
Beim kommenden Tennisturnier in Wimbledon [24. Juni bis 7. Juli] spielt vor allem die umfassende Information aller Medien eine wichtige Rolle.
Während die Spieler auf dem "heiligen" Rasen um Ruhm und Ehre kämpfen hat IBM's Wimbledon Projektmanager Mark McMurrugh andere Pläne, um mit seinem Technologie-Team zu punkten.
"Unsere Aufgabe ist in erster Linie die Datenerfassung und sicherzustellen, dass die Informationen auch bei allen Quellen ankommen," sagt McMurrugh .
Für 2,50 Pfund Ergebnisse per SMS auf das Handy
Nach einer Anmeldung auf der Wimbledon-Homepage können sich
Tennis-Fans per SMS über die Resultate informieren lassen. Für
einmalig 2,50 Pfund kann man bis zu fünf Spieler auswählen, mit
deren Match-Ergebissen man dann während des ganzen Turniers versorgt
wird. Das Service ist für 268 Handy-Netze weltweit verfügbar.
Wimbledon-HomepageDetaillierte Datenerfassung
Auf jedem Platz werden zwei Personen das Spielgeschehen präzise erfassen. Sie zählen alles, von der Anzahl der ersten und zweiten Aufschläge, wo der Ball landet bis wieviele Schläge mit der Rück- oder Vorhand ausgeführt werden.
Über eine speziell dafür angepasste Tastatur werden die Informationen sofort in die Turnier-Datenbank eingegeben. Auf den Neben-Plätzen, wo die Spiele nicht im Fernsehen übertragen werden und somit Real-Time-Statistiken auch nicht gebraucht werden, werden die Daten von den Beobachtern mittels Handheld erfasst. Sobald das Match zu Ende ist, werden auch diese Informationen in die Datenbank eingespielt.
Um die menschlichen Beobachter zu unterstützen, hat IBM eine Radarpistole auf jedem der sieben Tennis-Courts postiert, die die Geschwindigkeit jedes Aufschlags misst.
Bericht über Performance jedes Spielers
Neben der umfassenden Statistik für die Zuschauer,
Homepage-Besucher und Journalisten, erstellt IBM zusätzlich einen
Bericht über die Performance jedes einzelnen Spielers, der den
Spielern am Ende des Turniers ausgehändigt wird.
IBMNur bewährte Technologie wird eingesetzt
Die Verantwortlichen arbeiten das ganze Jahr daran, die Technologie für das zwei-wöchige Tennis-Spektakel zum Laufen zu bringen, und ist das Turnier zu Ende, beginnen bereits die Vorbereitungen für Wimbledon 2003.
Doch trotz des Aufwands kommt jedes Jahr nur wenig neue Technologie zum Einsatz.
"Obwohl wir in Wimbledon jeder neuen Technologie gegenüber aufgeschlossen sind, nutzen wir jene, die sich schon länger bewährt hat. Sie muss schließlich großen Belastungen standhalten," erklärt McMurragh.
RealNetworks streamt kostenpflichtig
RealNetworks hofft, durch das Streamen der Highlights von
Wimbledon, die Popularität seines in Europa eben erst vorgestellten
Abo-Dienst "SuperPass" zu fördern. Für 15 Euro monatlich sollen
Superpass-User Premium-Content der Bereiche Nachrichten, Sport,
Musik und Entertainment geboten bekommen.
RealOne SuperPass startet in EuropaSprechendes Scoreboard
Neben den Wireless-Handhelds wird dieses Jahr zum ersten Mal eine neue Software von IBM benutzt.
Die Software mit dem Namen "Gryphon" leitet alle Daten ins Internet, um die Echtzeit-Scoreboards [Java-Applet] mit den neuesten Informationen zu versorgen und es unzähligen Tennis-Fans möglich zu machen, immer ein Auge auf das Spielgeschehen auf ihrem Desktop zu haben.
Dieses Jahr können die von "Gryphon" aktualisierten Scoreboards erstmals auch "sprechen". In einer Vielzahl von Sprachen wird man immer am neuesten Stand gehalten.
Die Wimbledon-Homepage bildet das Kernstück des Technologie-Aufwandes. Im letzten Jahr wurde die Seite von 3,2 Millionen Usern besucht.
