KPNQwest stellt Betrieb ein
Die Konkursverwalter des insolventen niederländischen Kabelunternehmens KPNQwest müssen am Freitag den Betrieb des Netzwerkes einstellen.
Zuvor war ihr Antrag vor Gericht, Banken zur Freigabe von Millionenbeträgen zur Finanzierung eines Notplans zu zwingen, abgewiesen worden. Der Richter hatte stattdessen entschieden, dass die Banken das Geld nicht herausgeben müssten.
Die Konkursverwalter versuchen zwar auch nach dem Entscheid eine Einstellung des Betriebes abzuwenden oder zumindest hinauszuzögern, doch die Chancen dafür stehen schlecht.
KPNQwest Konkursverwalter Ed Meijer sagt kurz nach Bekanntgabe des Urteils: ¿Ich fürchte wir müssen noch innerhalb der nächsten Stunden in einer Pressemitteilung das Ende der Tätigkeiten von KPNQwest bekannt geben.¿
Chancen auf guten Verkaufspreis schwinden
Ohne Aufrechterhaltung des Netzbetriebs verringerten sich auch
die Chancen, KPNQwest als Ganzes oder in Teilen zu attraktiven
Preisen zu verkaufen, hatten die Konkursverwalter erklärt. Sie
hatten in den letzten zwei Wochen wiederholt Kunden aufgerufen,
Rechnungen möglichst vorzeitig zu bezahlen und selbst keine
Rechnungen einzufordern, damit genug Geld für den Notplan
zusammenkomme.
Spekulationen über Netzübernahme2,2 Milliarden Euro Schulden
Als Folge der Gerichtsentscheidung fehlte den Konkursverwaltern das Geld, um das Breitbandnetz des mit 2,2 Milliarden Euro verschuldeten Anbieters von Datenkommunikationsdiensten weiter aufrecht zu erhalten.
Der Energieversorger Nuon hatte mit Einstellung der Stromlieferungen gedroht, falls offene Rechnungen nicht bis Freitag beglichen würden. Versuche in letzter Minute, Banken zu neuen Überbrückungskrediten zu bewegen, blieben erfolglos.
Das vor gut drei Jahren von den Telekomkonzernen KPN [Niederlande] und Qwest [USA] gebildete Unternehmen ist damit am Ende.
Die Einstellung des Betriebs kann nach Angaben von Experten den Internetverkehr in weiten Teilen Europas beeinträchtigen, da ein großer Teil davon über die Kabelnetze von KPNQwest lief.
