Infineon legt EU-Beschwerde ein
Der Münchner Chiphersteller Infineon hat Beschwerde bei der EU-Kommission wegen angeblicher staatlicher Subventionen für südkoreanische Konkurrenten eingereicht.
Die Beschwerde richte sich gegen wettbewerbsverzerrende Praktiken insbesondere des Hynix-Konzerns, teilte ein Infineon-Sprecher heute mit und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Korea Economic Daily".
Hynix bestritt jedoch ebenso wie der heimische Wettbewerber Samsung Electronics, staatlichen Förderungen erhalten zu haben.
Kredite als Subvention
Das Blatt berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, Infineon
sehe die staatlich geförderte Kreditvergabe an den angeschlagenen
Halbleiterkonzern Hynix als staatliche Subvention an. Daher habe der
Münchner Konzern bei der EU-Kommission beantragt, Chipimporte aus
Südkorea mit Strafzöllen zu belegen.
InfineonInfineon mit 219-Millionen-Euro-Beihilfe
Dazu wollte der Infineon-Sprecher keine Stellungnahme abgeben.
Hynix versicherte, keine Subventionen von der Regierung erhalten zu haben. "Infineon sollte sich daran erinnern, dass sie es waren, die finanzielle Unterstützung von der deutschen Regierung erhalten haben", betonten die Südkoreaner weiter.
Anfang April hatte die EU-Kommission eine Beihilfe in Höhe von 219 Millionen Euro vom Bund und dem Land Sachsen für den Bau einer neuen Infineon-Chipfabrik in Dresden genehmigt.
Auch ein Sprecher des Chipkonzerns Samsung sagte: "Wir haben keine Subvention von der Regierung erhalten, vielmehr haben wir hohe Steuern gezahlt."
