Software simuliert gestörte Wahrnehmung
Forscher der University of Queensland haben eine Software entwickelt, die räumlich sichtbar macht, wie Menschen mit einer Psychose die Welt wahrnehmen.
Ein Großteil der Patienten mit psychotischen Symptomen "hört" Stimmen und lebt mit Halluzinationen. Ärzten soll mit der Simulationssoftware ein Tool in die Hand gegeben werden, sich besser in die Krankheit einfühlen zu können.
Auch das Interesse der Pharmafirmen, neue Behandlungsmöglichkeiten bei Psychosen zu entwickeln, ist groß. Eli Lilly fördert das Projekt mit einem Dreijahreszuschuss von 180.000 australischen Dollar.
Das Programm ist eine Kooperation zwischen dem Centre for Online Health und dem Advanced Computational Modelling Centre der Uni.
Centre for Online HealthEin anderer Blick
Das Programm modelliert am Computer einen realen Raum, der auf eine halbrunde Leinwand projiziert wird. In diesem Zimmer ist es Medizinern möglich, all das geschehen zu lassen, was der Patient beschreibt.
Dazu zählen räumliche Soundgeräusche, die von Flüstern bis hin zu Missklängen reichen, 3-D-Darstellungen sowie so genannte Morphing-Programme, um Gesichter und Objekte verzerrt darstellen zu lassen.
In Summe soll auf diesem Weg eine virtuelle Welt entstehen, die die Illusionen des Psychose-Patienten widerspiegelt.
Derzeit beschreiben Patienten ihre Symptome dem Therapeuten. Für diesen gibt es keinen Weg, die Erfahrungen des Betroffenen zu teilen und diese objektiv zu bewerten. Das Programm soll die Diagnose psychischer Erkrankungen unterstützen, indem es mittels einer Datenbank von Symptomen und Halluzinationen die individuellen Erfahrungen simuliert. Weiters wollen die Forscher die Hirnfunktion der Patienten aufzeichnen, wenn diese der 3-D-Umwelt ausgesetzt sind. "Noch in diesem Monat soll uns der erste Patient assistieren", so Dennison.
Das Projekt
