Ein Roboter auf der Flucht
In einem englischen Experiment werden derzeit Roboter in Gruppen aufeinander losgelassen, um zu erforschen, ob und was sie aus ihren eigenen Erfahrungen lernen können.
Ein Roboter nahm jetzt allerdings die Bezeichnung "autonom" zu ernst: Nachdem er aus der Arena genommen wurde und ein Wissenschaftler für zehn Minuten nicht auf den Bot achtgab, machte er sich angeblich selbstständig auf den Weg und kam dabei immerhin bis zum Parkplatz des Magna Science Centre, in dem das Experiment stattfindet.
Dort wurde der Ausreißer namens "Gaak" von einem ankommenden Besucher entdeckt, der den Roboter um ein Haar überfahren hätte.
Die Wissenschaftler hinter diesem Versuch beschreiben ihn als evolutionäres Rüstungswettrennen für Roboter, da die Maschinen gegeneinander kämpfen müssen, um an lebensnotwendige Energie heranzukommen. Das Experiment "The Living Robots" wird der Öffentlichkeit seit dem 27. März im "Magna Science Adventure Centre" in Rotherham in England präsentiert. Besucher können die "lebensechten Roboterkämpfe" in einer zu diesem Zweck errichteten Arena, die 500 Zuschauern Platz bietet, beobachten.
Magna Science CentreDas Experiment
Für das Experiment wurden die Roboter in Jäger und Beute eingeteilt. Die Beute-Roboter sind kleine graue Maschinen auf Rädern, die mit Solarzellen bestückt sind und Energie gewinnen, indem sie versuchen, diese Solarzellen in der Nähe einer Lichtquelle zu platzieren.
Die größeren Jäger-Roboter beziehen ihre Energie allein durch das "Jagen und Erlegen" der Beute-Roboter, um ihnen so die gesammelte Energie entziehen zu können.
Alle Roboter arbeiten als autonome Systeme ohne jegliches menschliches Eingreifen, sie sind gebaut, um aus ihren Erfahrungen zu lernen und sich dadurch weiterzuentwickeln. Die Wissenschaftler wollen durch das Experiment zeigen, dass die Roboter die Fähigkeit haben, ihre erworbenen Erfahrungen einzusetzen, um bessere Fluchtroutinen und komplexere Jagdstrategien zu entwickeln.
Roboter kämpfen ums Überleben"Noch keine Gefahr"
Die Wissenschaftler des Science Center nahmen den Vorfall gelassen und mit trockenem Humor auf:
"Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen," kommentierte Professor Noel Sharkey, denn "unsere Roboter sind harmlos und werden noch [!] nicht die Macht übernehmen."
Des Weiteren zeigte sich der Professor allerdings recht angetan von der Leistung des Roboters, der einen relativ weiten und komplizierten Weg zurückgelegt hatte.
