19.06.2002

NEED 4 SPEED

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Glasfaser-Breitbandangebot für Wien

Die Wienstrom GmbH will ab sofort Internet-Zugang über Glasfaser anbieten.

Das Unternehmen hat bereits Kunden im 10. und 11. Wiener Gemeindebezirk angebunden und spricht von "200.000 potenziellen Kunden".

Als Übertragungsleistung werden bis zu 10 Megabit pro Sekunde genannt, das neue Internetangebot soll unter dem Namen "i-blizz" vermarktet werden. Als Partnerin für die Vermarktung fungiert die Telekomgesellschaft UTA, an der Wienstrom beteiligt ist.

"Vorsichtiger Ausbau, aber mit Druck"

"Das Projekt ist kein technischer Versuch, sondern ein Versuch, um die Akzeptanz der Kunden zu erkunden", erklärte Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, den Sinn des Projekts. "Wir bauen das Netz nicht spekulativ, sondern arbeiten vorsichtig, aber mit Druck", so Skyba.

Im Klartext: bis andere Gegenden ausgebaut werden, dürften noch einige Monate vergehen. Derzeit hätten 5.000 Personen am Leberberg sowie am Wienerberg Ost und West die Möglichkeit, das Angebot zu nutzen, so Wienstrom-Sprecherin Rosemarie Rauscher auf eine entsprechende Frage der futureZone. Der weitere Ausbauverlauf hänge vom Kundeninteresse ab - dieses wird unter anderem in unten stehender Website abgetestet.

Wo sich die meisten Interessenten melden, wird zuerst ausgebaut. Gute Chancen hätten größere Anlagen bzw. Neubauten ab 250 Personen.

200.000 potenzielle Kunden

"Wien hat ein sehr dichtes Kabelnetz und ist absolut reif für diese Technologie", so Bremer weiter. Über 1.000 Kilometer Glasfaserkabel und 2.000 Kilometer Leerrohre seien bereits verlegt worden. "Wir erreichen geschätzte 200.000 Kunden, ohne einen Graben ziehen zu müssen", so Bremer.

Wienstrom habe durch die realisierten Projekte "Citynet" und das "Wiener Bildungsnetz" bereits Erfahrung mit Glasfasernetzen. Technisch sei das System erprobt.

Je Haushaltsanschluss müssten nur rund 1.000 bis 2.000 Euro investiert werden, während beispielsweise in den USA über 5.000 Euro für eine Breitbandverbindung ausgegeben werden müssten. Ähnliche Pilotprojekte gebe es bereits in Italien mit "Fastnet" und Schweden mit "B2", an die 50.000 bzw. 100.000 Haushalte angebunden sind.

Kein "power line"

Wienstrom betonte, dass das System überhaupt nichts mit "Internet aus der Steckdose", auch "power line" genannt, zu tun habe. "Power line" sei lediglich ein System zum Überwinden der "letzten Meile", während "fiber to the home" eine lückenlose Anbindung mit übertragungsstarken Glasfaserkabeln anbiete. Daher spreche das Angebot eine völlig andere Kundenschicht an.

"i-blizz" in drei Varianten

Den Kunden wird "i-blizz" in den drei Varianten "mega", "giga" und "terra" angeboten. Bei allen Varianten steht eine Download- sowie Upload-Leistung von 10 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Bei "i-blizz-mega" können pro Monat 10 GB Daten für 69 Euro transferiert werden, bei "i-blizz giga" 30 GB für 119 Euro und bei "i-blizz terra" 100 GB für 299 Euro Grundgebühr.

Das einmalige Herstellentgelt kommt jeweils auf 129 Euro.