Die Auslandspläne der Mobilkom
Die Mobilkom, seit kurzem 100-Prozent-Mobilfunktochter der börsennotierten Telekom Austria [TA], will weiter expandieren.
Bis 2005 soll die Zahl der Auslandskunden jene der Österreichkunden überholen, der Auslandsanteil an der Gesamtkundenzahl damit von derzeit 29 Prozent auf über 50 Prozent ansteigen.
Wachstum in Bestandsmärkten
Wachsen will die Mobilkom vor allem in ihren Bestandsmärkten
Kroatien [VIPnet] und Slowenien [si.mobil]. In beiden Ländern strebe
man weiterhin Angebote für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS an.
Auch ein Festnetzeinstieg in Kroatien werde überlegt, so
Mobilkom-Chef Boris Nemsic.
MobilkomBosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro
Bosnien-Herzegowina sowie Serbien und Montenegro bezeichnete Nemsic als "potenzielle Länder" für einen Markteinstieg.
In Bosnien werde eine Lizenz, die derzeit ursprünglich der Deutschen Telekom zugesagt wurde, voraussichtlich neu ausgeschrieben.
In Serbien gebe es zwei Mobilfunkanbieter. An einem halte der Staat die Mehrheit, an dem anderen 49 Prozent. "Das schreit nach einer internationalen Lösung", meinte Erich Gnad, Bereichsleiter für Business-Development bei der Mobilkom.
Darüber hinaus werden auch Ungarn und Tschechien beobachtet. Beide Länder gelten allerdings nicht als "prioritäre Projekte", so Gnad.
Liechtenstein
Positive Entwicklungen erwartet die Mobilkom weiterhin in
Liechtenstein. Dort habe man eine Option auf eine UMTS-Lizenz, die
von der Regierung derzeit geprüft werde. Bis 2004 wolle man außerdem
auch in Liechtenstein schwarze Zahlen schreiben. Im Vorquartal hat
die Mobilkom Liechtenstein bei einem Umsatz von 645.000 [235.000]
Euro noch ein negatives EBIT von 244.000 [304.000] Euro
erwirtschaftet.
Mobilkom LiechtensteinUMTS in Kroatien und Slowenien
In Kroatien will sich die Mobilkom an der bevorstehenden Ausschreibung von zwei bis drei UMTS-Lizenzen beteiligen. Den geplanten Preis von 18 bis 28 Millionen Euro je Lizenz bezeichnete Nemsic als "sinnvoll".
Nicht tragbar waren für die Mobilkom hingegen die von den Slowenen verlangten UMTS-Gebühren von 110 Millionen Euro pro Lizenz. Die TA-Tochter hatte daher damals ihr Angebot zurückgezogen. Lediglich die staatliche slowenische Mobitel hatte schließlich eine Lizenz erworben.
"Auf die eine oder andere Art" plane si.mobil dennoch UMTS-Aktivitäten, betonte Nemsic. Der neue slowenische Telekom-Regulator drängt nun auf eine Neuausschreibung, an der die Mobilkom dann wieder interessiert wäre, wenn sich die Preise nach dem kroatischen und österreichischen Vorbild richteten.
VIPnet mit 58,8 Millionen Euro Umsatz in Q1/2002
Im ersten Quartal 2002 hat die kroatische VIPnet bei 58,8
Millionen Euro Umsatz [plus 48,5 Prozent] einen Betriebsgewinn
[EBIT] von 9,9 Millionen Euro erreicht, nach erst 700.000 Euro im
ersten Quartal 2001.
VIPnetUnternehmenswert von einer Milliarde Euro
In beiden Ländern hat die Mobilkom bisher insgesamt 220 Millionen Euro investiert. Der Unternehmenswert von si.mobil und VIPnet wird dem gegenüber laut Mobilkom auf eine Milliarde Euro geschätzt.
Während VIPnet bereits "schwer in den schwarzen Zahlen" sei, solle si.mobil in den nächsten ein bis zwei Jahren den Sprung in die Gewinnzone schaffen, so der neue VIPnet-Chef Josef Vinatzer.
si.mobil mit 16,3 Millionen Euro Umsatz in Q1/2002
Die slowenische si.mobil verdoppelte ihren Umsatz im ersten
Quartal auf 16,3 Millionen Euro. Der Betriebsverlust betrug dabei
noch 4,2 [erstes Quartal 2001: 6,6] Millionen Euro.
si.mobilStagnierender Geschäftsverlauf in Österreich
In Österreich hat die Mobilkom Austria im ersten Quartal 379 [370,4] Millionen Euro umgesetzt, bei einem EBIT von 117,1 [107,6] Millionen Euro.
Mobilkom-Chef Nemsic geht hier zu Lande von einem stagnierenden Geschäftsverlauf aus. Der Markt wachse organisch nur noch "sehr wenig, wenn überhaupt".
