Chinesen gehen offline
Nach dem Brand in einem illegalen Internet-Cafe in Peking, bei dem 24 Menschen ums Leben gekommen sind, haben die Behörden eine landesweite Aktion gegen illegale Cafes gestartet:
In allen großen Städten wurden bekannte "Untergrundlokale" geschlossen. Inspektionen wurden vorgenommen und Vorschriften überprüft. Aus Schanghai, Tianjin und Kanton oder der Provinz Shandong, die 6.000 Internet-Cafes zählt, wurden neue Kontrollen gemeldet.
Von den 2.400 Internet-Bars in Peking hatten nach offiziellen Angaben nur 200 ausreichende Betriebsgenehmigungen.
Von den 13 Verletzten des Feuers im Lanjisu-Internet-Cafe im Universitätsviertel von Peking schwebte ein Opfer weiter in Lebensgefahr, berichtete Xinhua. Die Verletzten litten unter Rauchvergiftungen sowie schweren Verbrennungen von 30 bis 40 Prozent im Gesicht, Nacken und an Gliedmaßen. Ihnen waren die Fluchtwege versperrt, weil die einzige Tür verschlossen und die Fenster vergittert waren.
Brand mit 24 Toten im Netz-CafeOft einziger Zugang
Da Computer und ein eigener Internetzugang für viele Chinesen zu teuer sind, sind Internet-Lokale in den vergangenen Jahren besonders populär geworden.
Wegen der aufwendigen Genehmigungsverfahren haben aber viele Lokale im Untergrund aufgemacht. Die Türen sind meist geschlossen, Kunden müssen anklopfen und werden erst dann eingelassen, Brandschutzbestimmungen werden ignoriert.
