Qwest-Chef geht, Aktie hebt ab
Der Chef des hoch verschuldeten US-Telekomkonzerns Qwest Communications, Joseph Nacchio, ist am Montag überraschend zurückgetreten. Nacchio nannte persönliche Gründe für den Schritt. Aus Kreisen hieß es jedoch, das Board des Unternehmens sei unzufrieden gewesen.
Der Kurs der Qwest-Aktie stieg daraufhin um rund zwanzig Prozent auf fünf USD.
Nachfolger Nacchios wird der bisherige Chef des US-Telekomausrüsters Tellabs, Richard Notebaert, teilte Qwest mit. Notebaert sollte sein Amt noch am Montag antreten.
QwestWas der Arzt verschreibt
Der Abgang von Nacchio war Analysten zufolge überfällig. "Die Aktie ist von mehr als 60 USD auf vier USD gefallen. Irgendwie hätte das Board etwas früher einschreiten sollen und bemerken müssen, dass es ein Glaubwürdigkeitsproblem gibt", sagte Fondsmanager Henry Asher von der Northstar Group. Wenn die Investoren dem Firmenchef nicht mehr trauten, dann habe das Unternehmen irgendwann ein Finanzierungsproblem, fügte er hinzu.
"Notebaert ist genau das, was der Arzt Qwest verschrieben hat", sagte Telekom-Analyst Jeff Kagan. Er habe die Erfahrung und die Erfolgsgeschichte, die notwendig seien, um verlorenes Anlegervertrauen zurückzugewinnen. Notebaert sagte, er wolle die Wende bei dem Konzern herbeiführen. Die Herausforderung bestehe darin, Vertrauen wieder herzustellen, sagte er zu Reuters. "Veränderung ist gut."
