Kartellklage gegen Chiphersteller

USA
14.07.2006

Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer verklagt Chiphersteller wie Infineon und Samsung wegen illegaler Preisabsprachen.

Von 34 US-Bundesstaaten würden ebenfalls entsprechende Klagen erwartet, kündigte der kalifornische Staatsanwalt Bill Lockyer an.

Die Klagen richten sich neben Infineon und Samsung auch gegen Micron, Elpida Memory, Hynix, Mosel-Vitelic, Nanya und NEC.

Preise künstlich hoch gehalten?

Die kalifornischen Behörden wollen mit der Klage klären, ob die Unternehmen in der Zeit zwischen 1998 und 2002 die Preise künstlich hoch gehalten und so gegen Kartellgesetze verstoßen haben.

Bei einer Verurteilung drohen Strafen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar.

Infineon wollte sich nicht zu einer drohenden Klage äußern. Ein Micron-Sprecher sagte, er könne zu Einzelheiten der Klage keine Angaben machen, weil sie noch nicht vorliege.

Untersuchung nach Preisverfall

Den Klagen ging eine Untersuchung des US-Justizministeriums voraus, die für vier Chiphersteller in Strafzahlungen von insgesamt mehr als 730 Millionen US-Dollar mündete. Im Rahmen dieser Untersuchung bekannten sich Infineon, Samsung, Hynix und Elpida bereits schuldig.

Die Untersuchung begann nach einem scharfen Preisverfall für die in Computern und anderen Elektronikgeräten eingebauten Speicherchips.

Die Verbilligung der Chips hatte eine Konsolidierungswelle in der Branche ausgelöst und einige Hersteller an den Rand der Pleite gebracht.

(dpa | Reuters)