Video-Blogging aus dem Kindergarten
In Finnland bieten derzeit einige Kindergärten den Eltern in einem Pilotprojekt an, den Tagesblauf ihrer Sprösslinge über ein Foto- und Video-Blog zu verfolgen. So sollen neue Technologien für Eltern und Kinder gleichzeitig nutzbar und zugänglich gemacht werden.
In Finnland, der Heimat des Handyherstellers Nokia, kommen schon die Kleinsten in Berührung mit neuen Technologien.
In Helsinki wird derzeit in vier Kindergärten eine neue Anwendung getestet, mit der Eltern über das Netz den Tagesablauf ihrer Kinder verfolgen können.
Fotos und Videos per Handycam
Die Betreuerinnen erhalten dabei Multimedia-Handys, mit denen sie die Kleinen fotografieren und filmen können, die Bilder und Videos werden dann automatisch auf ein Internet-Portal geladen.
Die Eltern haben für das Portal Passwörter erhalten und können den Tagesablauf ihres Sprösslings von überall über eine sichere Verbindung anschauen.
Initiiert wurde das Projekt vom Technologiecluster Forum Virium Helsinki, als Unterstützer treten IT-Firmen wie Hewlett-Packard, Nokia, Telia Sonera und Futurice auf.
Immer mehr und immer jüngere Kinder surfen regelmäßig im Internet. Doch gibt es für den TV-Konsum meist feste Regeln der Eltern, wird der Nachwuchs im Internet oftmals noch allein gelassen. Experten raten daher zur adäquaten Medienerziehung.
Neue Technologien für die Familie
"Die Stadt hat das Ziel, für ihre Einwohner innovative Dienstleistungen anzubieten", sagt Pasi Brandt, Entwicklungsberater der Kinderbetreuung der Stadt Helsinki. "Der Ausgangspunkt für das Projekt war die Frage, wie neueste Technologie den Familien am besten dienen könnte."
Im Kindergarten Auringonpilkku [Sonnenfleck] plane man etwa, dass später die größeren Kinder selbst kleine Videos von Festen, eigene Nachrichten und Informationsspots drehen könnten.
Positives Feedback
Das Feedback von Elternseite ist durchwegs positiv: "Durch Bild- und Videotagebücher kann ich Momente sehen, die ich sonst nicht sehen würde, die aber einen großen Teil des Lebens meines Kindes ausmachen", sagt ein Elternteil.
Auch bei den Kinderbetreuern kommt das Pilotprojekt gut an, weil die Anwendung einfach und unkompliziert funktioniert. Das Pilotprojekt läuft in den Kindergärten bis November 2006. Dann soll der flächendeckende Einsatz eruiert werden.
In Finnland ist die Kinderbetreuung gut organisiert, weil über 70 Prozent der Frauen außerhalb von zu Hause arbeiten und davon sogar 90 Prozent eine Vollzeitbeschäftigung ausüben.
