Ein Protokoll für die Wissensverwaltung
Was TCP/IP für das Internet ist, dass sollen in Zukunft "Topic Maps" für die Vermittlung von Wissen sein. Das meint zumindest Steven Newcomb, einer der Erfinder.
Gelingen soll dies, indem mit Topic Maps versucht wird, so etwas wie einen Wissenspool zu kreieren, indem nicht nur Information, sondern auch das Wissen über deren Organisation gesammelt, bewahrt und so deponiert wird, dass andere darauf zugreifen können.
Topic MapsDas Problem
Vor mehr als zehn Jahren hatten Digital Equipement Corporation, O¿Reilly and Associates, die "Open Software Foundation" und andere ein Problem.
Sie wollten alle O¿Reilly¿s "X-Window" Dokumentation verwenden. Die Idee kam auf, dass es praktisch wäre, sämtlichen Informationen rund um Unix in einen großen Masterindex zusammenzuführen. Wenn jemand etwas über Unix wissen wollte, dann müsste er nicht mehr in sechs verschiedenen Indizes nachsehen, sondern nur mehr in einem einzigen.
Die Seitenzahl neben dem Index würden den User dann zur gewünschten Information leiten, egal in welchem Manual sie sich befindet.
Die Idee war allerdings nicht so einfach zu realisieren. Bisher folgten Index-Ersteller jeweils ihrer eigenen Terminologie. Auch sind die Interessen der Hardwarebranche andere als die der Softwarebranche. Und bei O`Reilly gilt als oberste Prämisse: Benutzbarkeit der Dokumentation. Das Problem der Synonyme und Homonyme die sich dabei ansammelt schien unlösbar zu sein. Das Projekt, dass von der Davenport Group geleitet wurde, schlug fehl. Es endete nicht in einem Masterindex sondern in einem Fiasko. Steven Newcomb und Michel Biezunsky fanden schließlich heraus warum.
The Tao of Topic MapsDie Erkenntnis
"Wir hatten diese fabelhafte Erkenntnis, die im Nachhinein natürlich offensichtlich erscheint. Wir erkannten damals, dass die meiste Information, die dazu verwendet wird um einen Index zu erstellen, nicht im gedruckten Index selbst aufscheint.
Die Information, die die Produktion eines Index beeinflußt, bleibt in den Köpfen der Index-Ersteller oder in den Köpfen derjenigen, die das Material zusammentragen. Wenn man diese Information nicht irgendwie erfasst, dann ist es auch unmöglich Indizes zusammen zu führen."
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Steven Newcomb und Michel Biezunsky blieben an dem Problem dran. Sie versuchten eine Informationsarchitektur zu schaffen, die es erlaubt, die Information zu erfassen, die zur Erstellung eines Index geführt hat.
Sie änderten den Blickwinkel: weg vom Namen hin zu dem Wissen, dass ein Index-Ersteller hat, wenn er einem Namen mit Seitenzahlen versieht oder Hinweise gibt wie: "Topic Maps, siehe auch Information Management"
Heute ab 22:30
Mehr dazu heute Abend im Ö1-Magazin matrix. Wo Entwickler von
Topic Maps versuchen zu erklären, wie man Wissen generiert.
matrixDie Analogie
Topic, Assoziation und Lokalisierung bestimmen das Leben von Programmieren von Topic Maps genauso wie das der Ersteller von Buchindizes.
In einem Buchindex gibt es eine Liste an Topics, die durch Namen dargestellt werden. Es gibt Seitenzahlen, die darauf Hinweisen, wo in einem im Buch über ein bestimmtes Stichwort Informationen zu finden sind.
Occurance nennen es die Anhänger von Topic Maps. Und es gibt Referenzen, die entweder in Form von Text wie der Phrase: "siehe auch" dargestellt werden, oder mit Hilfe von Typographie. Damit werden im Buchindex Relationen zwischen Informationen veranschaulicht, Assoziation hergestellt und sichtbar gemacht.
