Netway wird liquidiert
UTA liquidiert nach neunmonatiger Durststrecke seine E-Business-Tochter Netway auf. Die unrentablen Geschäftsfelder aus dem E-Business-Portfolio werden bis Jahresende abgestoßen, der größere Rest von Netway unter der Marke UTA zusammengefasst.
Ein Drittel der Netway-Mitarbeiter, in absoluten Zahlen 25 Posten, werden abgebaut. Die Marke Netway wird aufgelassen, erklärte UTA-Vorstand und Netway-Aufsichtsrat Johannes Schwertner.
Firmenrechtlich werden UTA und Netway miteinander verschmolzen. Die Eintragung im Firmenbuch soll Anfang Juli erfolgen. Der Netway-Aufsichtsrat hat den Plänen bereits zugestimmt.
Netway ist der zweite Traditions-Provider, der innerhalb einer Woche Schiffbruch erleidet. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet, vier Jahre nach der EUnet, die in KPNQwest aufging.
Ältester Provider Österreichs im Konkurs2000 von UTA übernommen
Alles in allem zieht der UTA-Vorstand allerdings "eine positive Bilanz" über die im November 2000 für kolportierte eine Milliarde ATS [rund 70 Millionen Euro] erworbene Netway.
Seinerzeit als Internet Service Provider übernommen, habe Netway die UTA zur klaren nur zwei am heimischen Internetmarkt bugsiert. Der Marktanteil der UTA im ISP-Bereich sei dank der Übernahme von davor elf Prozent auf nunmehr 22 Prozent gestiegen. Außerdem habe die Netway-Übernahme der UTA mit Raiffeisen einen neuen Eigentümer und guten Kunden gebracht.
UTA übernimmt 100 Prozent von NetwayDetails noch unklar
Konkret abgestoßen werden Softwarevermietung [Application Service Providing], Internet-Consulting und Webdesign sowie E-Commerce-Angebote im Bereich Internetshops und Marktplätze. Vor allem die Nachfrage von Seiten der Klein- und Mittelbetrieb nach E-Business-Lösungen habe sich nicht so entwickelt, wie die Auguren dies erwartet hätten, klagt der UTA-Vorstand.
Was mit den vor der Schließung stehenden Bereichen passieren wird, ist noch unklar.
Ziel sei es, Partner zu finden, die die Kunden übernehmen. Auch was mit dem Marke Netway geschieht, einst einer der bekanntesten Internetprovidern Österreichs, ist noch nicht entschieden. Bis Jahresende wolle man klären, wie die Marke verwertet werde. Bis dahin bleibt die Marke vorerst bestehen, sagt der Vorstand.
2001: Netway mit UmsatzrückgangBereits eingeleitet
Schon im September des Vorjahres hatte die UTA alle Netway-Internetkunden in den Konzern abgezogen. Nun will die UTA von Netway noch den hauseigenen Portalbetrieb, den Internetdomain-Vertrieb, die Bereiche Housing, Hosting und Security, das LAN- und WAN-Angebot, das E-Business-Prozessmanagement, das Grundbuchservice und das Trafiknet [ein Angebot für Trafiken mit Internetanschluss] übernehmen.
Mit diesen Angeboten will man vor allem im Großkundenbereich punkten. Dort sei die Marke UTA jedoch besser positioniert als Netway, begründet Schwertner die Auflösung der Zweitmarke.
Die UTA selbst ist unterdessen weiter auf Restrukturierungskurs. Bis zum dritten Quartal strebt das Unternehmen auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, die Gewinnzone an.
UTA und Netway mit massivem Stellenabbau
