12.06.2002

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Bildquelle: ta

Schmutzige Toiletten und neue Aufsichtsräte

Die Aktionäre der Telekom Austria haben den Weg für einen weiteren Börsegang des bereits jetzt größten Werts an der Wiener Börse geebnet.

Bei der Hauptversammlung wurde wie erwartet der Antrag zur Umwandlung der ÖIAG und Telecom Italia-Anteile an der TA von Namensaktien in Inhaberaktien abgesegnet.

Die Telecom Italia [TI] und ÖIAG können damit ihre Anteile von 29,8 Prozent bzw. 47,8 Prozent an der TA in Schritten über die Börse veräußern.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Bereits vor der Umwandlung der Aktien hat die TA-HV Veränderungen im Aufsichtsrat abgesegnet. Nach dem ersten ÖIAG-Vorstand und TA-AR-Vorsitzenden Peter Michaelis sitzt nun auch der zweite ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch statt Arbeiterkämmerer Günther Chaloupek im TA-Kontrollgremium.

Michaelis bedauerte gegenüber Chaloupek bei der HV, diese Vorgehensweise wählen zu müssen. Man gehe aber zunehmend in Richtung "Expertenaufsichtsrat", so Michaelis.

Toilettenanlagen-Pilotsitzung

Zur HV der Telekom angemeldet waren rund 900 der insgesamt 90.000 Aktionäre.

Zur Veranstaltung in den Wiener Gasometern gekommen sind etwa 500. Bis zur ersten Abstimmung, die auf Grund einer vorangegangenen Unternehmenspräsentation und einer ausgiebigen Fragerunde erst viereinhalb Stunden nach Sitzungsbeginn stattfand, waren dann nur noch 127 Aktionäre anwesend, bei denen sich AR-Vorsitzender Michaelis auch extra fürs Ausharren bedankte.

Auf heftige Kritik stieß bei den Aktionären dieses Jahr die Reinlichkeit der Toilettenanlagen. TA-Vorstand Heinz Sundt will nun im nächsten Jahr vor der HV "Pilotsitzungen abhalten, um die notwendigen Überprüfungen durchzuführen".

Vorwürfe der Politik über unrechtmäßige Frühpensionierungen im Unternehmen wies der Vorstand bei der HV am Mittwoch scharf zurück. 763 TA-Mitarbeiter seien im vergangenen Jahr, 310 im heurigen ersten Quartal krankheitsbedingt in Frühpension gegangen. Kein einziger dieser Mitarbeiter sei aber von der Unternehmensleitung aufgefordert worden, in krankheitsbedingte Frühpension zu gehen, betonte TA-Generaldirektor Heinz Sundt.