Kurssturz der MobilCom-Aktie
Wegen des spektakulären Kurssturzes der MobilCom-Aktie geht die deutsche Börsenaufsicht dem Verdacht des Insider-Handels nach.
Wie ein Behördensprecher sagte, untersucht die zuständige Bundesanstalt den Wertverfall des Anteilsscheins vom Vortag.
Die MobilCom-Aktie brach erneut ein Fünftel ein und erreichte bei 5,35 Euro einen neuen Tiefstand.
Versuch den Preis für Firmenübernahme zu drücken
France Telecom hatte den Pakt mit der norddeutschen Telefonfirma
aufgekündigt und bekräftigte, dies sei "kein Bluff". Analysten sahen
einen Schachzug im Machtkampf mit MobilCom-Chef Gerhard Schmid und
den Versuch der Franzosen, den Preis für eine Firmenübernahme zu
drücken.
FinanzmarktaufsichtVerdacht auf Insider-Handel
Der MobilCom-Kurs sei Dienstag bereits gut ein Drittel gefallen, bevor France Telecom den Bruch offiziell bekannt gegeben hatte, sagte der BAFin-Sprecher. Für die Börsenaufsicht sei dies routinemäßig ein Anlass, sich den Fall genauer anzuschauen.
Nach der Ankündigung setzte der Anteilsschein seine Talfahrt fort und verlor zunächst 46 Prozent. Anleger verkauften in Panik, weil sie eine Pleite fürchteten.
Am Mittwoch schwankte der Kurs und stürzte dann erneut schwer ab. Am späten Nachmittag lag die Aktie 17,7 Prozent im Minus bei genau sechs Euro. Sie war damit gut ein Drittel des Monats-Höchststandes von 16,19 Euro wert und weniger als ein Viertel des Jahres-Hochs von 26,85 Euro.
Wenn jemand vorab von der Entscheidung der Franzosen gewusst und daraufhin MobilCom-Aktien verkauft oder günstiger gekauft hätte, wäre dies ein Insider-Delikt.
