DT muss Internet-Flatrate anbieten
Die Deutsche Telekom hat erneut eine Niederlage bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hinnehmen müssen und muss nun konkurrierenden Telekom-Unternehmen in Deutschland Internet-Kapazitäten zu einem pauschalen Tarif anbieten.
Die Regulierungsbehörde teilte mit, die Telekom müsse ihren Konkurrenten künftig den schmalbandigen Internet-Verkehr [ISDN/Modem] an bundesweit 475 Knotenpunkten zu einem pauschalen Preis und nicht mehr in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer zur Verfügung stellen. Damit gab die Behörde einem Antrag des Telekommunikationsanbieter Mediaways statt.
Die Telekom hatte dagegen eine Zusammenschaltung mit den Netzen der Konkurrenz an mehr als 1.600 Punkten vorgeschlagen, was die Behörde jedoch als wettbewerbsbehindernd ansieht.
Knotenpunkte ausschlaggebend für Nutzungsgebühren
Die bereits seit längerem zwischen der Behörde und der Telekom
umstrittene Anzahl der Knotenpunkte zweier Telefonnetze bei der
Zusammenschaltung ist ausschlaggebend für die Höhe der
Nutzungsgebühren, die die Wettbewerber an die Telekom für die
Netznutzung zu zahlen haben. Mediaways und andere
Telekom-Konkurrenten sahen sich dadurch benachteiligt, dass eine
hohe Zahl von Zusammenschaltungspunkten höhere Investitionen in das
eigene Netz erfordert, um die günstigsten Tarife zu erhalten.
MediawaysTelekom muss Tarifvorschlag unterbreiten
Nach der Festlegung der Rahmenbedingungen wird die Behörde in einem weiteren Verfahren über die Höhe der Zusammenschaltungsentgelte und damit über die Höhe des Pauschaltarifs entscheiden.
Die Telekom muss binnen sechs Wochen einen Tarifvorschlag unterbreiten, der von der Behörde genehmigt werden muss. Erst dann wird Mediaways ein Gesamtpaket vorliegen, auf deren Basis das Unternehmen seinen eigenen Kunden Angebote für die Internet-Nutzung machen wird.
Verpflichtung wurde ausgedehnt
Bereits im November 2000 hatte die Behörde die Telekom gegen
deren Willen dazu verpflichtet, Internet-Dienste-Anbietern wie
beispielsweise AOL Netzkapazitäten für den Datenverkehr in und aus
dem Internet zu einem Pauschaltarif zur Verfügung zu stellen. Mit
der jüngsten Entscheidung wurde diese Verpflichtung auf
Telekommunikationsanbieter wie Mediaways ausgedehnt.
Deutsche TelekomKeine direkten Auswirkungen für privaten Endkunden
Auf den privaten Endkundenmarkt haben die Entscheidungen über den Pauschaltarif keine direkten Auswirkungen.
Dennoch sieht das zur spanischen Telefonica gehörende Unternehmen in den unabhängig von der Nutzungsdauer berechneten Pauschaltarifen einen "wichtigen Schritt", um das Internet als Massenmedium zu etablieren.
Durch die pauschale Abrechnung mit der Telekom könnte Mediaways auf Grund verbesserter Kalkulationsmöglichkeiten seinen Kunden ebenfalls kostengünstigere Pauschaltarife für die Internet-Nutzung anbieten.
