12.06.2002

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Handel mit Musik-Raubkopien nimmt zu

Der Handel mit illegal kopierten Musik-CDs hat im vergangenen Jahr um fast fünfzig Prozent zugelegt.

Insgesamt seien weltweit 950 Millionen Raubkopien im Wert von 4,3 Milliarden USD [knapp 4,6 Milliarden Euro] verkauft worden, sagte ein Sprecher des internationalen Phono-Verbands IFPI in San Francisco.

Er forderte ein hartes Durchgreifen gegen CD-Piraten. In Deutschland wurden nach Angaben des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft rund 50 Millionen Piraten-CDs verkauft. Ein deutlich größeres Problem für die Musikindustrie seien aber die Selbstgebrannten für den privaten Gebrauch.

CD-Umsätze sind zurückgegangen

Erstmals seit Einführung der CD waren die Verkaufszahlen im vergangenen Jahr weltweit zurückgegangen: Es wurden nur noch Orginal-CDs für 38,3 Milliarden Euro abgesetzt. Das war ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2000 und damit der erste Einbruch seit 1983, als Musik-CDs ihr Debüt in den Läden hatten.

An den Pranger stellte der IFPI vor allem Länder wie China, Indonesien, Russland, Mexiko und Brasilien. Dort gebe es riesige Fabriken, in denen illegal Kopien gepresst und dann weltweit auf den Markt geworfen würden.

Mehr gebrannte als gekaufte CDs

Im vergangenen Jahr seien beispielsweise in Deutschland mehr Silberscheiben selbst gebrannt als im Laden verkauft worden, sagte Verbandssprecher Hartmut Spiesecke.

Die Zahl der abgesetzten Orginal-Alben sei von 195 Millionen im Jahr 2000 auf 173 Millionen gesunken. Dem hätten 182 Millionen selbst gebrannte CDs gegenübergestanden. Hinzu kam das Herunterladen von Musik aus dem Internet. Im vergangenen Jahr wurden laut Spiesecke Schätzungen zufolge rund 500 Millionen Titel online abgerufen.