Aktionärsschützer raten zu MobilCom-Verkauf
Die deutsche Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre [SdK] empfiehlt den Verkauf der Aktien der MobilCom AG.
Da das Unternehmen alleine nicht überleben könne, sei ein Totalverlust der Aktionäre nicht mehr auszuschließen, sagte Sprecher Markus Straub heute.
Ein anderer Partner, der an Stelle der France Telecom einsteige, sei nicht in Sicht, zumal da nicht nur hohe Schulden zu übernehmen seien, sondern auch Zweifel an einem Erfolg des UMTS-Geschäftes bestünden.
Heute technische Gegenreaktion
Die Aktie des angeschlagenen Mobilfunk-Anbieters MobilCom hat
nach Wiederaufnahme in den Handel Mittwochfrüh einen geringen Teil
der schweren Kursverluste des Vortages wettgemacht. Das Papier legte
in der ersten Handelsstunde um knapp elf Prozent auf 8,09 Euro zu.
MobilCom"Nur noch Zockerei"
Am Dienstag hatte sich der Kurs nahezu halbiert und war auf 7,29 Euro gefallen, nachdem Großaktionär France Telecom die Zusammenarbeit mit MobilCom beim Zukunftsstandard UMTS für beendet erklärt hatte. Das am Neuen Markt notierte Papier war daraufhin am Dienstag vom Handel ausgesetzt worden.
Für den SdK-Sprecher ist es den Angaben zufolge nachvollziehbar, dass France Telecom am Dienstag "die Reißleine gezogen hat", angesichts der bereits geflossenen Investitionen in das deutsche Unternehmen. Eine Gesprächsgrundlage zwischen den Partnern scheint nicht mehr vorhanden, eine Einigung nicht mehr möglich.
Nun handle es sich nur noch um "Zockerei", wer insgesamt mehr zu verlieren habe, sagte der Sprecher. Den größten Verlust indes hätten die Kleinaktionäre, denn Spekulationen darüber, ob der französische Konzern ihnen ein Übernahmeangebot mache, seien inzwischen ganz in der Hintergrund gerückt.
Seit der Hauptversammlung sei klar, dass dem Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid und seinen Tätigkeiten nicht mehr vertraut werde. Jedem müsse zudem klar sein, dass es bei Schmid nur um seine eigenen Interessen und die seiner Frau gehe, und nicht um die Bedürfnisse der Kleinaktionäre.
