11.06.2002

TRENNUNG

Bildquelle:

France Telecom lässt MobilCom fallen

Der seit Monaten öffentlich ausgetragene Streit um die Zukunft des deutschen Mobilfunk-Unternehmens MobilCom geht in seine entscheidende Phase:

Der Pariser Partner France Telecom setzte am Dienstag der Zusammenarbeit mit MobilCom ein Ende. Man sehe sich gezwungen, das Kooperationsabkommen vom März 2000 zu kündigen, erklärte das Unternehmen in Paris. Durch die Konflikte der vergangenen Monate sei das Vertrauen untergraben.

Begrenzte finanzielle Unterstützung

Der französische Großaktionär will das deutsche Unternehmen allerdings nicht ganz fallen lassen. "Wir verhandeln in den nächsten Tagen weiter mit den Banken", sagte Finanzchef Jean-Louis Vinciguerra.

Die Franzosen sind auch bereit, "im begrenzten Rahmen" MobilCom finanziell zu stützen.

Der Handel mit den MobilCom-Aktien an der Frankfurter Börse wurde nach einem Kurssturz von mehr als 44 Prozent ausgesetzt.

Zusammenarbeit mit Schmid nicht möglich

MobilCom habe das vor zwei Jahren geschlossene Abkommen wiederholt verletzt, hieß es in der France-Telecom-Erklärung. Eine Zusammenarbeit mit Firmenchef Gerhard Schmid sei nicht mehr möglich.

Schmid hatte zuvor durch Äußerungen in der Zeitschrift "Stern" Öl ins Feuer gegossen. Das Verhalten des Pariser Großaktionärs sei "eines großen Staatskonzerns nicht würdig", sagte Schmid. Die Franzosen spielten mit ihrer Drohung, MobilCom in die Pleite zu treiben, mit den Ängsten der Mitarbeiter. Außerdem würde eine Pleite der deutschen Firma auch dem Großaktionär schaden.

France Telecom hält einen Anteil von 28,5 Prozent an MobilCom.