Die Wiedergeburt der Lochkarte
IBM-Forscher aus Zürich sind nach eigenen Angaben auf dem besten Weg, Lochkarten wieder als Speichermedium zu etablieren.
Im Vergleich zu den historischen Lochkarten, mit denen die Geschäfte IBMs vor mehr als 100 Jahren begannen, weisen die aktuellen allerdings zwei wesentliche Unterschiede auf:
Zum einen sind sie wieder beschreibbar, das heißt die Löcher können auch wieder geschlossen werden, zum anderen sind die Löcher dramatisch geschrumpft: Sie sind jetzt nur noch zehn Nanometer klein.
Im Gegensatz zu aktuellen Festplatten sollen die Lochkarten wiederum den Vorteil haben, Informationen extrem stabil speichern zu können.
IBM-FirmengeschichteEin Terabit auf der Briefmarke
Nach sechs Jahren Forschung behaupten die IBM-Forscher jetzt, dass sie ein Terabit Daten auf der Fläche einer Briefmarke unterbringen und verwalten können.
Die Löcher werden dabei mittels unterschiedlich heißer Nano-Nadeln in eine spezielle Plastikfläche gebohrt, verschweißt oder ausgelesen.
Die Forscher machen bislang keine Angaben über die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, diese sollen allerdings "insbesondere für mobile Anwendungen", bei denen es auf einen niedrigen Stromverbrauch ankommt, befriedigend sein.
Das System bedient sich einer Technik, die auch bei einem so genannten Rasterkraft- oder Abstoßungskraftmikroskop verwendet wird.¿¿Mit Tausenden von feinsten Spitzen "schreibt" der Tausendfüßler winzige Vertiefungen, die einzelne Bits repräsentieren, in einen dünnen Kunststoff-Film.
Thermomechanical storage110 Jahre zurück
"Einer unserer Slogans heißt 'Zurück in die Zukunft der Mechanik'," kommentiert Peter Vettiger, Leiter des Lochkartenprojekts namens "Millipede", 110 Jahre nachdem IBM mit Lochkartenmaschinen erstmals Furore machte.
Jetzt sind die Wissenschaftler zuversichtlich, dass im Jahr 2005 die ersten Nano-Lochkarten auf den Markt kommen können. Diese sollen dann bis zu fünf Terabit speichern können.
Historische IBM-Speicher
