10.06.2002

INSOLVENZ

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KPNQwest könnte Netz heute stilllegen

Der mit knapp zwei Mrd. Euro verschuldete insolvente niederländische Telekomkonzern KPNQwest muss sein europäisches Glasfasernetz nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" [FTD] vermutlich noch heute Montag stilllegen.

Es stünden noch keine hinreichenden Mittel für einen Weiterbetrieb zur Verfügung, schreibt das Blatt in seiner Montagausgabe unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Geringe Zahlungsmoral unter Schuldnern

Ein Aufruf des Insolvenzverwalters vom vergangenen Donnerstag an die Schuldner des Unternehmens, ihre Rechnungen möglichst schnell zu begleichen, habe anscheinend nur geringen Erfolg gehabt.

Die mit 40 Prozent an dem Unternehmen beteiligte KPN NV hatte am Freitag gesagt, sie werde der Aufforderung erst nachkommen, wenn dies auch andere Schuldner täten. Laut Insolvenzverwalter schuldet die KPN der KPNQwest 23 Millionen Euro.

.AT: "Zusammmenbruch nicht hausgemacht"

Die österreichische Tochter des Unternehmens, die nach der Pleite der Muttergesellschaft am 6. Juni Konkurs angemeldet hatte, soll unterdessen weitergeführt werden. Die Ursache für die Insolvenz der KPNQwest Austria liege im Zusammenbruch der internationalen Gruppe und sei nicht hausgemacht, erklärte KPNQwest-Austria-Masseverwalter Christof Stapf bereits am Freitag.

91 Mitarbeiter in Österreich

Die KPNQwest Austria GmbH beschäftigt derzeit 91 Personen. Laut einer Sprecherin zählen 40 Prozent der österreichischen Top-500-Unternehmen zu den Kunden des Unternehmens.

Bis zum Schluss habe man damit in Österreich ein profitables Geschäft betrieben, so die Sprecherin.