Finale Fantasie noch ein mal offline
Die Final-Fantasy-Reihe ist eine der erfolgreichsten und bekanntesten Spielserien. Weltweit wurden 31 Millionen Titel [FF ¿ FFIX] verkauft. Auch der neueste Titel ist erfolgreich, in Japan und den USA wurde Final Fantasy X [FFX] bereits über sieben Millionen Mal verkauft.
FFX markiert aber auch das Ende einer Ära denn es ist der letzte Teil der Serie der offline gespielt wird. Der Nachfolger, FFXI, der seit Mitte Mai in Japan erhältlich ist, wird nur mehr online gespielt.
Die epische Länge, die zahlreichen Videosequenzen und die bunte, asiatisch angehauchte Grafik machen FFX zu einem interaktiven Spielfilm im Manga-Stil. Waren die bisherigen Teile nur schwer für Neueinsteiger zu empfehlen, so könnte FFX aufgrund der gehaltvollen Atmosphäre auch für Nicht-Genre-Kenner interessant sein.
Verlustreiches Online-Gaming
Der Start des Online-Gamings hat für den Entwickler Squaresoft
einen bitteren Beigeschmack. Zahlreiche Server-Probleme, nicht
funktionierende Zugangscodes und falsche Konto-Abbuchungen haben
bisher einen geschätzten Verlust von rund 850.000 Euro verursacht.
Verkauft wurden von FFXI bis Anfang Juni 90.000 Stück, angemeldet
haben sich 60.000 Spieler. Um in die Gewinnzone zu kommen braucht
Square aber 170.000 bis 200.000 User. Im letzten Geschäftsjahr
verbuchte Square einen Verlust von 144 Mio. Euro, ausschlaggebend
war die kostenintensive Produktion des Films Final Fantasy.
Squaresoft ¿ PlayonlineIm Kampf gegen die Sünde
Als erster Teil der für die PS2 umgesetzt wurde bietet FFX Sprachausgabe für alle Hauptcharaktere, über 40 Minuten Videosequenzen und ein überarbeitetes Kampfsystem. Auch die Entwicklung der Charaktere mittels Sphärobrett, eine überarbeite Version des AP-Systems aus früheren Final-Fantasy-Spielen, ist neu.
Das Spielprinzip ist gleich geblieben: Ein auf Runden basierendes Kampfsystem mit Waffen und Magie, wobei diesmal immer Dreier-Gruppen kämpfen. Dabei kann eine Figur nahtlos durch eine andere, für den speziellen Kampf besser geeignete, ausgetauscht werden.
Die Hauptfiguren sind Tidus, ein junger Blitzballspieler, und das Medium Yuna. Ihr Gegner ist Sin [Die Sünde], eine Art Naturgewalt, die unter anderem Tidus Heimatstadt zerstört hat. Yuna hat die Macht Sin zu vernichten und so machen sich die beiden, zusammen mit fünf weiteren Mitstreitern, auf die Reise und die Suche nach Sin.
Kritikpunkt: Schlechte Pal-Umsetzung
Ein großer Kritikpunkt an FFX ist die PAL-Umsetzung. In einem
Brief von Squaresoft argumentierten die Entwickler, dass auf der DVD
nicht mehr genügend Platz für den 50/60-Hz-Modus ist. So wird das
gesamte Spiel nur im 50-Hz-Modus angeboten. Die Sprachausgabe ist in
Englisch mit deutschen Untertiteln und bedeutet für Fremdsprachen
Ungeübte verminderten Spielspaß. Dicke Palbalken oben und unten
stauchen das Bild ein wenig, die gesamte Spielgeschwindigkeit ist
etwas vermindert. Dafür wurde der Pal-Version eine Bonus-DVD mit
Trailer, Storyboards und einem Video des Titelsongs beigelegt und es
gibt ein Profi-Sphärobrett sowie einige neue Gegner im Spiel.
Final Fantasy XAufwendige Videosequenzen
Die Grafik in FFX ist bestechend. Die dreijährige Entwicklungszeit und Erfahrungen aus dem Film Final Fantasy zeigen deutliche Auswirkungen. Die Lichteffekte erinnern stark an den Film und sind genau platziert.
Fast nahtlos wechseln sich aufwendige Video- und spielbare Sequenzen ab, wobei die Videosequenzen nicht überspringbar sind. Die detailreichen Spielcharaktere bewegen sich mitunter etwas hölzern, sind aber durchaus auf dem Level anderer Vorzeigespiele und in 3D.
Die Gelände- und Kampfszenen haben gleiche Größe und zeigen keinen Stilbruch wie in früheren Versionen. Festgelegte Kameraeinstellungen erzeugen Filmatmosphäre, verhindern aber manchmal den totalen Durchblick.
Minispiele im Wasser
Über 10.000 Soundeffekte und verschiedenartigste Musiktitel runden den Gesamteindruck eines atmosphärisch gehaltvollen Spiels ab. Einzig die sehr bundesdeutsche Übersetzung [Alter, siehste, denkste] können den Eindruck wieder mindern. Im Spiel enthalten sind auch einige Minispiele, unter anderem Blitzball das eine Mischung aus Wasserball, Rugby und Fußball ist und in einer Art wassergefüllter Sphäre ausgetragen wird.
Überarbeitetes Kampfsystem
Auf ihrer Reise begegnen die Figuren zahlreichen Monstern, die mittels CTB-Kampfsystem [Conditional Turn-based Battle] besiegt werden können. Dabei werden die Züge von der Erholungsgeschwindigkeit und der Art der gewählten Aktionen der einzelnen Charaktere bestimmt.
Nach einem erfolgreichen Kampf werden keine Erfahrungspunkte [Experience] mehr verteilt, sondern nur noch Ability. Die erstandenen Ability Punkte werden nicht allein den Kämpfenden zugeteilt, sondern allen spielbaren Charakteren.
Jede Figur hat spezielle Fähigkeiten und Waffen. Eine besondere Waffe hat dabei Yuna im Talon, die Bestias [im Original die Aeons]. Das sind Wesen die von Yuna beschworen werden und von ihr im Kampf eingesetzt und wie die anderen Figuren gesteuert werden können. Auch dunkle und helle Magie, stehlen und die auf dem Sphärobrett entwickelten Abilities helfen im Kampf.
Sphäroide bilden Charakter
Die in den Kämpfen gewonnen Sphäroide werden benötigt um auf dem Sphärobrett die Entwicklung der Charaktere voran zu bringen. Nach dem Erlernen der Grundfähigkeiten können auch Fähigkeiten anderer Gruppen-Mitglieder erworben werden. Der geschickte Einsatz der Sphäroide und die optimale Kampfstrategie sind somit der Grundstein für eine erfolgreiche Charakterentwicklung - ein Grundstein des Spiels. Die nicht leicht durchdringbare Idee dahinter und der optimale Einsatz der verfügbaren Mittel wird im Laufe des Spiel mehrmals erklärt.
