Mobilcom-Sitzung ohne Details
Die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung des angeschlagenen deutschen Telekommunikationsunternehmens Mobilcom ist ohne Angaben über Inhalte zu Ende gegangen.
Ein Sprecher bestätigte am Samstag lediglich das Ende der Sitzung, lehnte aber Auskünfte über die besprochenen Themen oder eventuelle Beschlüsse ab. Im Mittelpunkt des Interesses war vorher die Zukunft von Firmengründer und Vorstandschef Gerhard Schmid gestanden, der vom Anteilseigner France Telecom zum Rücktritt gedrängt wird.
Keine Entlastung für Schmid
Schmid hatte vor der Sitzung allerdings einen Rücktritt vom Amt
des Vorstandsvorsitzenden abgelehnt. Der Firmengründer wird seit
Wochen vom Mitbesitzer France Telecom unter Druck gesetzt. Vor einer
Woche war er auf der Hauptversammlung nicht entlastet worden.
MobilcomFrance Telecom will weniger zahlen
Schmid verlangte, France Telecom solle "ein faires Angebot" machen, wenn sie ihn loswerden wolle. Er fordert 22 Euro pro Aktie für seinen 40-Prozent-Anteil an Mobilcom. France Telecom hält 28,5 Prozent.
Mit einem Ausstieg würde Schmid sich dem Druck beugen, unter den er auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche geraten war. Dort war ein Gutachten des Wirtschaftsprüfers BDO bekannt geworden, wonach Schmid mit eigenmächtigen Entscheidungen gegen das Aktiengesetz verstoßen haben soll.
In der Abstimmung über die Entlastung votierten 85,8 Prozent des stimmberechtigten Kapitals gegen ihn. Schmid war dabei nicht stimmberechtigt. Der wahre Hintergrund des Streits zwischen France Telecom und Schmid ist nach Ansicht aller Beobachter das Tempo, mit dem der UMTS-Ausbau in Deutschland vorangetrieben werden soll. Schmid wollte Gas geben, die hoch verschuldete France Telecom als Finanzier der Pläne ist für eine ruhigere Gangart.
