Filmindustrie stoppt Online-Videothek
Schneller als erwartet ist es der Filmindustrie gelungen, die Online-Videothek Film88.com zu stoppen, die aktuelle Kinohits und Filmklassiker gegen ein bis 1,5 USD als Stream im Internet angeboten hat, ohne die entsprechenden Lizenzgebühren zu bezahlen.
Zwar wurde Film88.com vom Iran aus betrieben, wo internationale Urheberrechte nicht geschützt werden. Die Streams liefen aber über die Server des niederländischen Providers TrueServer, der nun von der Motion Picture Association [MPA], dem internationalen Arm der Motion Picture Association of America, zur Schließung des Filmportals angehalten wurde.
Noch gestern schien die Filmindustrie machtlos gegen die Film-Streams aus Teheran. US-Gerichte konnten dem Service eigentlich nichts anhaben, denn schon seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es nicht einmal mehr diplomatische Beziehungen zwischen den USA und dem Iran.
Film-Streams aus dem Iran"Unervohlene Piraten-Site"
"Das war eine unverhohlene Piraten-Site", erklärte Mark Litvack von der MPA über Film88.com.
Während das Ausweichen von umstrittenen Web-Services auf Länder, in denen internationale Urheberrechte nicht geschützt sind, die Medienindustrie zunehmend vor Probleme stellt, zeigt sich hier auch, dass zumindest für aufwändige Hightech-Services zumeist Provider im Zugriffsradius der Medienlobbys in Anspruch genommen werden.
"Technische Probleme"
Wer den Service derzeit nützen will, muss sich nach dem
Einschreiten der Filmindustrie mit dem Hinweis auf "technische
Probleme" und einer möglichst raschen Rückkehr zufrieden geben. Man
arbeite an dem Problem und sei in ein paar Tagen wieder zu
erreichen.
Film88.com
