Infineon will Ericsson-Mikroelektronik
Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon verhandelt mit dem schwedischen Konzern Ericsson über eine mögliche Zusammenarbeit oder einen Kauf der Sparte Mikroelektronik von Ericsson.
Nach dem defizitären schwedischen Telekom-Ausrüster hat am Freitag auch Infineon Gespräche mit Ericsson über einen möglichen Kauf von dessen Mikroelektronik-Sparte bestätigt.
Die "Financial Times" Deutschland hatte berichtet, Ericsson und Infineon verhandelten bereits seit Monaten, wobei die Optionen von einer Entwicklungspartnerschaft bis hin zu einem Kauf reichten.
Ericsson-Sprecherin Ase Lindskog hatte davor Freitagfrüh in Stockholm bereits erklärt: "Wir sind in Gesprächen." Sie sagte aber nicht, ob es um einen Verkauf oder eine andere Form der Kooperation gehe.
Infineon250 Mio. Euro für Ericsson-Chipsparte
In seiner Mikroelektronik-Sparte stelle Ericsson Chips für Telefonnetze und vor allem Mobiltelefone her. Die Sparte setze jährlich mindestens 250 Mio. Euro um, hieß es weiter in der Zeitung unter Berufung auf die Branchenkreise. In dieser Größenordnung würde sich auch in etwa der Kaufpreis bewegen. Infineon habe mit der Sparte Chips für Mobiltelefone im vorigen Quartal 208 Mio. Euro Umsatz und einen operativen Verlust von 20 Mio. Euro verbucht.
"Mikroelektronik ist nicht Teil unseres Kerngeschäfts. Das heißt aber nicht notwendigerweise, dass wir es verkaufen müssen. Wir könnten auch eine Kooperation anstreben", zitierte die Zeitung eine Ericsson-Sprecherin.
