07.06.2002

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Mit Hightech-Schummler zur Matura

Der gute alte Papier-Schummelzettel hat ausgedient - Handys, WAP und digitale Speicher haben ihn abgelöst.

In einer Woche stehen in Frankreich die Abiturprüfungen an, und im Internet finden die französischen Schüler Hunderte guter Ratschläge, wie sie sich mit Hightech-Methoden durchs Examen mogeln könnten.

Von "leicht" bis "selbstmörderisch"

Der französische "Web-Pfuscher" hat seine Tricks nach den Kategorien "leicht", "schwierig" bis hin zu "selbstmörderisch" sortiert, je nach Risiko und technischem Aufwand. Unter anderem wird der Gebrauch eines Mini-Disc-Players empfohlen, auf dem an Stelle der Lieblingshits mathematische Formeln, Lateinvokabeln oder historische Daten eingespeichert werden könnten.

Noch aufwendiger wäre die Nutzung einer Handy-Freisprechanlage. Dazu empfiehlt eine "Vereinigung anonymer Pfuscher" [ATA] ein gängiges Freisprech-Set. Ein hautfarbener Mini-Kopfhörer und ein Mikro, das direkt am Hals in Höhe der Stimmbänder anliege, täten hervorragende Dienste.

Semper online

Das Mikro lasse sich einfach mit dem Rollkragen eines Pullis verdecken, der Empfänger allerdings müsse ständig mit einer Hand am Ohr kaschiert werden. So könne der Prüfling mit einem Helfer draußen Kontakt aufnehmen und seine Wissenslücken stopfen.

Das Pariser Bildungsministerium reagierte gelassen. Jeder Handy-Gebrauch während einer Prüfung sei verboten und werde als Schummelversuch angesehen, teilte das Ministerium mit. Bei der Abiturprüfung im vergangenen Jahr seien im Großraum Paris nur zwei Mogel-Versuche mit Handy aufgeflogen.