Mobilkom gehört wieder der TA
Die Telekom Austria [TA] hat von der Telecom Italia deren 25-prozentigen Anteil an der Mobilkom für 690 Millionen Euro zurückgekauft. Dies erfuhr die APA nach Abschluss des Kaufvertrags aus TA-Aufsichtsratskreisen.
Der Rückkauf war zuvor in Aufsichtsratssitzungen bei der TA und beim Haupteigentümer ÖIAG [47,8 Prozent] einstimmig abgesegnet worden. Die TA ist nunmehr wieder 100 Prozent-Eigentümer der Mobilkom.
Cashcow Mobilkom
Die Mobilfunktochter des Konzerns hatte per Ende 2001 bereits
knapp 4 Millionen Kunden, 850.000 davon bei ihrer kroatischen
Tochter VIPnet und 270.000 bei der Slowenien-Tochter si.mobil. 2001
hat das Unternehmen 1,7 Mrd. Euro umgesetzt, um 200 Millionen Euro
mehr als im Jahr davor. Ihren Betriebsgewinn [EBIT] hat die Mobilkom
dabei von 262 Millionen Euro auf 303 Millionen Euro um fast 16
Prozent erhöht.
MobilkomFinanzierung aus Eigenmitteln und über Bankkredite
In der TA wurde der Kaufpreis von 690 Millionen Euro "als fairer Preis für beide Seiten" bezeichnet.
Finanzieren wird die Telekom Austria den Rückkauf der Mobilkom-Anteile voraussichtlich vor allem aus Eigenmitteln und über Bankkredite. Der im Vorfeld angekündigte Immobilienverkauf wurde am Donnerstag im TA-Aufsichtsrat nicht diskutiert.
TI will Schulden abbauen
Der Rückzug der TI aus der Mobilkom erfolgt im Rahmen des
Verkaufs mehrerer Auslandsbeteiligung. Die TI will damit ihren
riesigen Schuldenberg abbauen. Ende 2001 betrug der Schuldenstand
der Italiener noch 21,9 Mrd. Euro. Bis 2004 sollen die Schulden auf
15 Mrd. Euro reduziert werden. 3,5 Mrd. Euro davon hat die TI
bereits abgebaut. Mit dem Verkauf der Mobilkom-Anteile verringert
sich der Schuldenstand um weitere 695 Millionen Euro.
Telecom ItaliaBis 2003 Komplettausttieg der TI aus der TA
Gleichzeitig mit dem Rückkauf der Mobilkom-Anteile hat die ÖIAG mit der Telecom Italia auch den schrittweisen Rückzug aus der Telekom Austria selbst vereinbart. An dieser hält die TI derzeit noch 29,8 Prozent.
Zunächst wird die TI laut Vertrag voraussichtlich schon im nächsten Monat zehn bis 15 Prozent der TA-Anteile abtreten. Die Beteiligung sinkt dadurch auf unter 20 Prozent und die TI verliert weitgehende Mitspracherechte bei der Telekom Austria.
Bis Mitte 2003 laut Unternehmskreisen der Komplettaustieg der TI aus der TA geplant.
Die Telekom Austria wollte die Beschlüsse von Donnerstag noch nicht offiziell bestätigen. Für morgen, Freitag, hat das Unternehmen gemeinsam mit der ÖIAG eine Pressekonferenz angesetzt.
Zweiter Börsengang der TA
Die bis zu 15 Prozent, die die TI in einer ersten Tranche abgeben
wird, sollen in einem zweiten Börsegang der TA auf den Kapitalmarkt
gebracht werden. Mehrere institutionelle Anleger haben bereits ihr
Interesse an zehn Prozent der TA-Anteile zugesagt.
Vorbereitungen für zweiten TA-Börsengang
