Ältester Provider Österreichs im Konkurs
KPNQwest hat auch in Östereich die Insolvenz nicht abwenden können und soeben Konkurs angemeldet.
Ursache für die Pleite der eigentlich rentablen Österreich-Tochter ist die Pleite der niederländischen Mutter Ende letzter Woche. Der Konzern betreibt rund ein Drittel des europäischen Glasfasernetzes.
Durch die engen Verflechtungen im Konzern war eine schnelle Rettung des Unternehmens offenbar nicht möglich.
Die KPNQwest Austria GmbH beschäftigt derzeit 91 Personen. Laut einer Sprecherin zählen 40 Prozent der österreichischen Top 500-Unternehmen zu den Kunden des Unternehmens.
KPNQwestMasseverwalter von YLine bekannt
Neben der KPNQwest Austria GmbH ist auch die KPNQwest Assets Austria GmbH in Konkurs gegangen. Als Ursache der Pleiten wird auf den Konkurs der Muttergesellschaft und die intensiven Konzernverflechtungen hingewiesen.
Laut KSV ist nun beabsichtigt, das Unternehmen im Konkurs vorerst weiterzuführen. Zum Masseverwalter hat das Gericht den Wiener Rechtsanwalt Christof Stapf bestellt, der zuletzt bei der Insolvenz der Wiener Internetfirma YLine in Erscheinung getreten ist.
Die Aufgabe des Masseverwalters werde es sein, zu entscheiden, ob eine dauerhafte Weiterführung möglich ist, so der KSV.
Mutter pleite
Der niederländische Datenkommunikationsanbieter KPNQwest hat am
Freitag einen Konkursantrag gestellt. KPNQwest hat heute seinen etwa
600 Mitarbeitern in den Niederlanden schriftlich gekündigt. Ein Teil
der Belegschaft wird aber noch benötigt, um das Glasfasernetzwerk in
Gang zu halten.
KPNQwest stellt KonkursantragRennen gegen die Zeit verloren
In den letzten Tagen hat KPNQwest Austria nach eigenen Angaben "mit Hochdruck Szenarien für eine Weiterführung des Unternehmens" geprüft.
Die Entscheidung der Telekom von vorgestern, quasi im Tausch gegen ausständige Leitungskosten Businesskunden des ehemaligen österreichischen Vorzeige-Providers den "Weiterbetrieb zu garantieren", dürfte den Restwert des Unternehmens allerdings drastisch verringert haben.
Die Abwanderungsquote der Kunden erforderte eine unmittelbare Entscheidung über den sofortigen Einsatz einer Summe jenseits von 10 Millionen Euro, so ein Insider, die Venture-Kapitalisten nicht ohne Genehmigung ihres Aufsichtsrats einsetzen durften.
Ironischerweise lief das große Feilschen ausgerechnet um jenen Teil des Geschäfts, der seit 1995 [damals unter dem Fimennamen EUnet] durchwegs profitabel war, das so genannte Legacy-Business.
KPNQwest - Tod durch dunkle FasernReste-Essen
Die Telekom Austria reagiert sofort auf den Konkurs von KPNQwest Austria:
"Im Sinne der Kunden wird der Netzbetrieb der KPNQwest-Dienstleistungen vorerst aufrechterhalten. Telekom Austria empfiehlt den KPNQwest-Kunden jedoch dringend, sich raschestmöglich für ein Umstiegsangebot an Telekom Austria zu wenden," hieß es in einer Aussendung, die noch vor der APA-Meldung über die Ticker lief.
