06.06.2002

RIP

Bildquelle: kpn

Ältester Provider Österreichs im Konkurs

KPNQwest hat auch in Östereich die Insolvenz nicht abwenden können und soeben Konkurs angemeldet.

Ursache für die Pleite der eigentlich rentablen Österreich-Tochter ist die Pleite der niederländischen Mutter Ende letzter Woche. Der Konzern betreibt rund ein Drittel des europäischen Glasfasernetzes.

Durch die engen Verflechtungen im Konzern war eine schnelle Rettung des Unternehmens offenbar nicht möglich.

Masseverwalter von YLine bekannt

Neben der KPNQwest Austria GmbH ist auch die KPNQwest Assets Austria GmbH in Konkurs gegangen. Als Ursache der Pleiten wird auf den Konkurs der Muttergesellschaft und die intensiven Konzernverflechtungen hingewiesen.

Laut KSV ist nun beabsichtigt, das Unternehmen im Konkurs vorerst weiterzuführen. Zum Masseverwalter hat das Gericht den Wiener Rechtsanwalt Christof Stapf bestellt, der zuletzt bei der Insolvenz der Wiener Internetfirma YLine in Erscheinung getreten ist.

Die Aufgabe des Masseverwalters werde es sein, zu entscheiden, ob eine dauerhafte Weiterführung möglich ist, so der KSV.

Rennen gegen die Zeit verloren

In den letzten Tagen hat KPNQwest Austria nach eigenen Angaben "mit Hochdruck Szenarien für eine Weiterführung des Unternehmens" geprüft.

Die Entscheidung der Telekom von vorgestern, quasi im Tausch gegen ausständige Leitungskosten Businesskunden des ehemaligen österreichischen Vorzeige-Providers den "Weiterbetrieb zu garantieren", dürfte den Restwert des Unternehmens allerdings drastisch verringert haben.

Die Abwanderungsquote der Kunden erforderte eine unmittelbare Entscheidung über den sofortigen Einsatz einer Summe jenseits von 10 Millionen Euro, so ein Insider, die Venture-Kapitalisten nicht ohne Genehmigung ihres Aufsichtsrats einsetzen durften.

Reste-Essen

Die Telekom Austria reagiert sofort auf den Konkurs von KPNQwest Austria:

"Im Sinne der Kunden wird der Netzbetrieb der KPNQwest-Dienstleistungen vorerst aufrechterhalten. Telekom Austria empfiehlt den KPNQwest-Kunden jedoch dringend, sich raschestmöglich für ein Umstiegsangebot an Telekom Austria zu wenden," hieß es in einer Aussendung, die noch vor der APA-Meldung über die Ticker lief.