WorldCom gibt Mobilfunkgeschäft auf
Der angeschlagene US-Telekomkonzern WorldCom will aus dem Mobilfunkgeschäft aussteigen. Damit soll die angespannte Finanzsituation verbessert werden, erklärte WorldCom-Chef John Sidgmore in einer Aussendung.
Laut Unternehmensangaben gibt es bereits mehrere Kaufinteressenten für die Mobilfunkeinheit. Wenn die geeignete Ausstiegsstrategie gefunden ist, werde es auch zum Abbau eines Teils der 2.200 Beschäftigten kommen, heißt es weiter. Der Ausstieg soll sofort beginnen und mehrere Monate dauern.
Der Konzern setzt seit Wochen alle Hebeln in Bewegung, um Kosten zu sparen und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Diese Woche berichtete die Zeitung "USA Today", dass 16.000 Mitarbeiter entlassen werden sollen. WorldCom hat einen Schuldenberg von rund 30 Milliarden USD angehäuft. Der zweitgrößte Anbieter von Telefon-Ferngesprächen in den USA und weltweit tätige Internet-Provider leidet vor allem unter dem Umsatzrückgang bei Ferngesprächen und Datenservices.
16.000 Jobs bei WorldCom in GefahrKein Kernbereich
"Das Mobilfunkgeschäft gehört nicht zu unseren Kernbereichen", begründete Sidgmore die Maßnahme. WorldCom ist nach eigenen Angaben mit zwei Millionen Kunden und einem Umsatz von rund einer Milliarde USD der größte Wiederverkäufer am Mobilfunkmarkt in den USA.
Sinkendes Marktwachstum, intensiver Preisdruck und erforderliche Barmittel für Akquisitionen hätten die Position des Unternehmens als reiner Wiederverkäufer unprofitabel gemacht. Vor fünf Jahren war WorldCom in den Markt eingestiegen, um später als selbstständiger Anbieter tätig zu werden.
