05.06.2002

LÜCKE

Bildquelle: waldt

Hardware-Hersteller werden Musikhändler

Die Hersteller von Unterhaltungselektronik und Computern sehen im Versagen der Musikindustrie, das Internet als neuen Vertriebsweg zu nutzen, Möglichkeiten neue Märkte zu erschließen.

Immer mehr Hardware-Hersteller schließen Verträge mit Online-Musikservices und naschen damit an den Einnahmen im Musikgeschäft mit. Auf der anderen Seite gewinnen die Online-Musikservices zusätzliche Abonnenten und erhöhen ihren Bekanntheitsgrad bei den Konsumenten.

Akzeptanz-Problem

EMusic, das im vergangenen Jahr von Vivendi Universal übernommen wurde, und andere Musikservices wie MusicMatch, Liquid Audio oder Listen.com stoßen beim Werben um Abonnenten auf Ressentiments.

In zwei Jahren hat EMusic lediglich 50.000 Abonnenten gewonnen. Die beliebte Gnutella-basierte Tauschbörse LimeWire erreicht an einem einzigen Tag bis zu 300.000 User und liegt damit noch weit hinter den Glanzzeiten von Napster.

"Das Konzept der gebührenpflichtigen Musikservices ist neu für die Menschen", erklärt EMusic-Geschäftsführer Steve Grady. Die Konsumenten seien es nicht gewöhnt für Downloads zu bezahlen. Die Kooperation mit den Hardware-Herstellern sei daher auch eine Möglichkeit, die Konsumenten auf legale Alternativen aufmerksam zu machen sowie die Akzeptanz dafür zu stärken.

EMusic bietet Musik von unabhängigen Labels an. Zurzeit ist der einzige Song eines großen Labels im Repertoire von EMusic der Song "Earth" von Meshell Ndegeochello.

Kein guter Job

"Die großen Labels haben ihren Job, den Konsumenten zu ermöglichen, Musik online zu kaufen, schlecht gemacht", sagte Brad Williams, Sprecher von Gateway.

Das Ziel der Zusammenarbeit mit den Musikservices und -händlern ist nicht in erster Linie ein Experiment, sondern vor allem eine Chance, "den Konsumenten etwas zu geben, das sie wollen".

Gateway sieht sich in diesem Zusammenhang als Schlüsselkraft in der digitalen Evolution des Musikhandels. Die Musikindustrie sieht den Sachverhalt weniger pragmatisch.