TA kauft Mobilkom-Anteil zurück
Der seit Wochen zwischen Telekom Austria [TA] und Telecom Italia [TI] verhandelte Rückkauf jenes Viertelanteils, den die Italiener an der TA-Mobilfunktochter Mobilkom Austria halten, soll Ende dieser Woche über die Bühne gehen.
Am Donnerstagabend wird der Rückkauf der Sperrminorität [25 Prozent plus eine Aktie] der Telecom Italia an der Mobilkom vertraglich fixiert.
Die TA zahlt für die Mobilkom-Anteile etwa 700 Millionen Euro, deutlich weniger als zuletzt kolportiert.
Eine Milliarde Euro für die Mobilkom
Der Preis war lange Zeit ein strittiger Punkt. Während die TI
ursprünglich auf eine Milliarde Euro für ihre Mobilkom-Beteiligung
hoffte, wollte die TA nur rund 700 Millionen Euro für die Anteile
zahlen.
TA will Mobilkom zur GänzeAnalysten: "Gutes Geschäft für die TA"
Die Telecom Italia [TI] hatte über ihre Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile [TIM] die Sperrminorität an der Mobilkom Austria 1997 für umgerechnet 610 Millionen Euro erworben.
Mit dem Verkauf erhält die TI damit eine relativ geringe Wertsteigerung für ihren Anteil, obwohl sich die Mobilkom in diesem Zeitraum deutlich positiv entwickelt hat.
1997 erzielte die Mobilkom AG noch ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen [EBITDA] von knapp über 273 Millionen Euro - allerdings nach HGB. 2001 betrug das EBITDA - nunmehr nach US-GAAP - 509,4 Millionen Euro.
Analysten bewerten den angekündigten Rückkauf der TI-Anteile an der Mobilkom für 700 Millionen Euro als gutes Geschäft für die TA.
Beinflussung des Aktienkurses nicht erwartet
Der Kaufpreis sei zwar keine Überraschung, für die TA aber trotzdem "relativ günstig", sagte Erste-Bank-Analyst Günther Artner. Den Kurs der TA-Aktie sollte die neue Information allerdings relativ wenig beeinflussen. Artner rechnet mit einem Anstieg von rund einem Prozent, was aber in den Bereich normaler Kursschwankungen falle.
TI-Anteil sinkt auf unter 20 Prozent
Im beschlossenen Vertrag fix enthalten ist außerdem auch ein teilweiser Rückzug der Italiener aus der Telekom Austria selbst.
10 bis 15 ihrer 29,8 Prozent an der TA soll die TI laut Vertrag abgeben. Dadurch sinkt der Anteil der TI an der TA auf unter zwanzig Prozent.
Die TI verliert damit weitgehende Mitspracherechte, die ihr bisher über einen Syndikatsvertrag zugesichert waren.
Zweiter Börsengang der TA
Die zehn bis fünfzehn Prozent der TI sollen noch im Herbst dieses
Jahres über einen zweiten Börsengang [Secondary Public Offering] der
TA an die Börse gebracht werden. Ob auch die ÖIAG einen Teil ihres
47,8-Prozent-Anteils an der TA abgibt und sich damit am Secondary
Offering beteiligt, ist noch offen.
Vorbereitungen für zweiten TA-BörsengangÖIAG sollte bei Börsengang mit 5 Prozent mitziehen
Positiv bewertet Analyst Artner die Pläne zu einem zweiten Börsengang im Herbst.
"Das ist für Österreich und die Wiener Börse eine gute Lösung. Sowohl die TA als auch die Wiener Börse gewinnen dadurch an Bedeutung", meint Artner.
"Nicht schlecht" wäre es laut Artner auch, wenn die ÖIAG bei dem geplanten zweiten Börsengang mitziehen und fünf Prozent ihrer Anteile ebenfalls an die Börse bringen würde. Sollten insgesamt 15 Prozent an die Börse gebracht werden, hätte die Transaktion nach dem derzeitigen Kurs ein Volumen von rund 700 Millionen Euro. "Das wäre eine machbare Transaktion für die Wiener Börse", meint Artner.
Möglicher Verkauf von Teilen der Mobilkom
Unklar ist jedoch noch, was künftig mit der Mobilkom geschehen
soll. Gerüchte, wonach die TA-Mobilfunktochter nach dem Rückkauf des
italienischen Anteils zur Gänze weiterverkauft werden könnte, haben
sich vorerst nicht bestätigt. Dass zumindest ein Teil der Mobilkom
wieder abgegeben werde, sei aber wahrscheinlich, heißt es aus
Unternehmenskreisen.
Telekom Austria
