03.06.2002

LANGSAM

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Internet-Ausfälle durch KPNQwest-Pleite

Die Pleite des niederländischen Datenkommunikationsanbieter KPNQwest birgt dramatische Wirkungen auf den weltweiten Internet-Betrieb. Der Konzern betreibt rund ein Drittel des europäischen Glasfasernetzes.

Gröbste Probleme Ende der Woche behoben

Auch die österreichische Tochtergesellschaft UPC Telekabel rechnet in ihrem Internetbereich Chello in den nächsten Tagen mit einer deutlich eingeschränkten Performance.

Ende der Woche sollen die gröbsten Behinderungen aber beseitigt sein, sagte UPC-Telekabel-Sprecher Gustav Soucek.

"Wir legen jetzt Glasfaserverbindungen zu anderen Anbietern. Der Umstieg kann zu Leistungseinbußen führen. Der Migrationsprozess soll aber innerhalb der nächsten Tage abgeschlossen sein", betont Soucek weiter.

Aktie fliegt am 6. Juni aus dem AEX-Index

Der Kurs der Aktie ist unterdessen an der Börse in Amsterdam weiter eingebrochen. Das Papier, das in seiner Glanzzeit vor etwas mehr als zwei Jahren mit 93 Euro gehandelt worden war, rangierte am Montag bei 0,09 Euro. Damit war der Kurs seit der Konkursanmeldung am Freitag [0,31 Euro] noch einmal um 70,9 Prozent gesunken. Der Börsenbetreiber Euronext teilte weiters mit, dass die Aktie am 6. Juni aus dem Amsterdamer AEX-Index gestrichen wird.

Österreichgeschäft unabhängig weiterführen

Laut Angaben auf der Homepage von KPNQwest Österreich zählen 40 Prozent der österreichischen Top 500-Unternehmen zu den Kunden von KPNQwest.

Von der Einstellung des Betriebes wäre nicht nur die UPC Telekabel sondern auch andere Internetanbieter betroffen, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. Genauere Angaben wollte sie jedoch nicht machen.

Die Verhandlungen seien noch im Laufen. Ziel sei es, das Österreichgeschäft unabhängig vom Konzern weiterzuführen. Bis zum Schluss habe man in Österreich ein profitables Geschäft betrieben.

Allerdings räumte die Sprecherin ein, dass ein Teil der Verbindlichkeiten des Konzerns auch auf die Österreich-Tochter durchschlagen würden.