31.05.2002

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Spannungen bei deutscher MobilCom

Die France Télécom hat MobilCom-Chef Gerhard Schmid einen weiteren Schlag verpasst.

Mit den Stimmen des französischen Großaktionärs verweigerte die MobilCom-Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg dem Vorstandschef die Entlastung. Knapp 86 Prozent des anwesenden Kapitals stimmte gegen Schmid.

Der Mobilcom- Gründer selbst, der gemeinsam mit seiner Frau über eine Mehrheit in der Hauptversammlung verfügt, durfte nicht mitstimmen. Die fehlende Entlastung zieht allerdings keine gravierenden Konsequenzen nach sich.

Der Aufsichtsrat hatte in einer Nachtsitzung festgestellt, dass Schmid bei einem MobilCom- Geschäft mit der Firma seiner Ehefrau seinen Finanzvorstand nicht informiert und Zahlungen ohne Vertragsgrundlage und Sicherheiten geleistet hatte. Der Aufsichtsrat machte das gesamte Geschäft rückgängig.

Selten hatten die Aktionäre den MobilCom-Gründer so kleinlaut gesehen. "Es tut mir leid. Ich habe das so nicht realisiert", sagte Schmid vor den knapp 500 Aktionären. Er werde sicherstellen, dass dem Unternehmen kein Schaden entstehe.

Vor allem die Querelen um die UMTS-Lizenzen beschäftigten die Kleinaktionäre. Schmid hingegen hält an seinen Visionen für den neuen Mobilfunk- Standard unverändert fest.

Der gesamte Markt werde neu verteilt; MobilCom habe durch die neue Technik enorme Wachstumschancen. Erstmals berichtete der MobilCom-Chef auch von der aussichtsreichen Bewerbung um einen Großauftrag der Bundeswehr, der allein rund zwei Milliarden Euro Umsatz für MobilCom bringen könnte.

Die mögliche Insolvenz seines Unternehmens ist für Schmid "nur eine theoretische Möglichkeit".