30.05.2002

PROJEKT BABYLON

Bildquelle: PAddG

Simultan-Übersetzungsgerät per Befehl

Während US-Soldaten in Afghanistan gerade erst mit einem notdürftigen "Phrasendrescher" ausgerüstet werden, hat die Forschungsabteilung der US-Militärs einen Plan aufgelegt, der die Entwicklung eines zufriedenstellenden Simultan-Übersetzungsgerätes schlicht anordnet.

Das "Projekt Babylon" der DARPA [Defense Advanced Research Projects Agency] beschreibt dabei exakt die Teilziele, die in den nächsten 18 Monaten zu erreichen sind und legt auch den Zeitpunkt, an dem die ersten Geräte an kämpfende Einheiten zum Test übergeben werden sollen, aufs dritte Quartal 2003 fest.

Das ehrgeizige Projekt, in dessen Beschreibung [siehe Link] teilweise bestimmte wissenschaftliche Fortschritte einfach "angeordnet" werden, wird einerseits durch die immer zahlreicheren Auslandseinsätze der US-Streitkräfte, andererseits aber auch durch die geplanten Rekordrüstungsbudgets der nächsten Jahre angetrieben.

Fortschritt per Befehl

Ziel des Projekts Babylon ist ein sprachbasierter Zweiweg-Simultanübersetzer für eine größere Anzahl von Sprachen, dessen Technik auf diverse Plattformen wie Laptops und PDAs übertragen werden kann. Schließlich soll das System so wenig fehleranfällig sein, dass es den Ansprüchen eines Soldaten im Einsatz genügt, der keine Zeit hat, einen Satz zu wiederholen, nur weil das System ihn nicht verstanden hat.

"Das Programm wird schwierige und ungelöste Probleme bei der automatischen Übersetzung und insbesondere bei der Multi-Spracherkennung angreifen," heißt es in forschem Kasernenhofton auf der DARPA-Site.

Insbesondere soll Projekt Babylon nach dem Willen der Militär-Forscher "die zahlreichen technischen Probleme in der Genauigkeit, Robustheit und Geschwindigkeit derzeitiger Systeme" lösen.

Traurige Wirklichkeit

Da das angeordnete Simultan-Übersetzungsgerät derzeit noch leider noch nicht zur Verfügung steht, hat die US-Armee zuletzt die Entwicklung eines beschränkten, aber soliden "Phrasendreschers" mitfinanziert.

Der "Phraselator" der Firma Ace Sarich kann 1.000 Standardsätze speichern und gibt diese als zuvor eingesprochene Samples wieder. Angewählt werden sie über das Menu des modifizierten PDA.

Die Auswahl der eingespeicherten Sätze ist auf den Einsatz durch medizinisches Personal und Soldaten ausgerichet.