Carnivore-Bug lähmte Terror-Bekämpfung
Fehler im berühmt-berüchtigten E-Mail-Filterprogramm "Carnivore" haben die Antiterror-Aktivitäten des FBI behindert.
Weil des System auch E-Mails abfing, die nicht unter die richterliche Abhörerlaubnis fielen, löschte ein pflichtbewusster FBI-Agent alle Daten, einschließlich der verdächtigen E-Mails.
Auch wichtige Hinweise auf die Aktivitäten von Osama bin Laden wurden damit möglicherweise vernichtet.
Das geht aus Dokumenten hervor, die vom Electronic Privacy Information Center [EPIC], einer US-Bürgerrechtsgruppe, veröffentlicht wurden.
EPIC"Gefährdet Privatsphäre von Unschuldigen"
EPIC benutzt den Vorfall, um seine Kritik an dem E-Mail-Überwachungssystem zu erneuern.
Nach Ansicht der Bürgerrechtsorganisation kann das FBI bei einem Einsatz des Systems die Privatsphäre von nicht betroffenen Personen nicht garantieren.
"Diese Dokumente bestätigen, was wir in den letzten zwei Jahren vermutet haben - Carnivore ist ein leistungsfähiges, aber plumpes Tool, das die Privatsphäre von unschuldigen Bürgern gefährdet", erklärte EPIC-Anwalt David Sobel.
Carnivore analysiert, indiziert und speichert
"Carnivore" [Fleischfresser] ermöglicht es angeblich, Millionen
von E-Mails quasi in Echtzeit abzufangen und zu analysieren. Das
umstrittene System wird auf einem Computer mit der FBI-Software, der
in einem Käfig gegen Manipulationen von außen geschützt ist, bei
Providern installiert und mit deren Servern verbunden.
Der große Datenfresser des FBIGesuchte E-Mails wieder hergestellt
In einem Bericht der New York Times bestreitet das FBI allerdings die Darstellung von EPIC. Demnach konnten die gesuchten E-Mails wiedehergestellt werden.
Das System sammelte zu viele Informationen, weil der Internet-Service-Provider veraltete Daten übermittelt hätte, erklärte ein Vertreter der Bundespolizei. Das System sei sehr empfindlich gegenüber einer falschen Konfiguration.
