Siemens verliert 516-Mio-USD-Vertrag
Der Siemens-Konzern soll für Argentinien nun doch keine neuen Personalausweise herstellen.
Die Regierung des Landes wolle den Vertrag mit dem Münchner Unternehmen über 516 Mill. USD [560 Mill. Euro] endgültig stornieren und möglicherweise neu ausschreiben, sagte Innenminister Jorge Matzkin.
Zurzeit sehe er keine Möglichkeit, dass der Vertrag für Siemens erneuert werde, fügte er hinzu.
Ursprünglich Auftrag über 720 Mill. USD
Siemens hatte den zwölf Jahre laufenden Vertrag über ursprünglich
720 Mill. USD 1998 erhalten, sich aber nach Beschwerden der
Vorgängerregierung unter Präsident Fernando de la Rua auf 516 Mill.
USD herunterhandeln lassen. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung
den Auftrag schließlich zurückgezogen. Der Konzern, der früheren
Angaben zufolge bereits 300 Mill. Euro in das Projekt investierte,
hatte daraufhin mit einer Klage gedroht.
Siemens"In gegenseitigem Einvernehmen"
Noch im Februar hatte der damalige argentinische Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder zugesichert, den bereits im Sommer 2001 zurückgezogenen Auftrag doch wieder zu erneuern.
Innenminister Matzkin gab jetzt keine Begründung für den Richtungswechsel. Er sagte lediglich, dass die Stornierung "in gegenseitigem Einvernehmen" geschehe.
