Italiens Kicker tauschen PS2 gegen Bücher
Japan, einer der beiden Austragungsorte der 17. Fußball-Weltmeisterschaft, mag zwar für seine High-Tech-Unterhaltung bekannt sein, die italienische Fußballmannschaft kann das jedoch nicht beeindrucken.
Die Zimmer aller 23 Spieler aus Giovanni Trapattonis Team wurden mit Playstation-2-Konsolen ausgestattet, doch bisher nutzte keiner der Profi-Kicker das reichliche Spiele-Angebot.
"Ich mache mir nichts aus Spielen"
"Ich mache mir nichts aus der Playstation," erklärt Stürmer
Vincenzo Montella. "Ich lese lieber Bücher. Im Moment gerade eines
von Paolo Coelho." Das Buch von Coelho ist eines von 200 Büchern,
das dem Team von einer italienischen Buchhandlungskette zur
Verfügung gestellt wurde.
Alle News zur Fussball-WMBücher beliebter als Videospiele
Der italienische Torhüter Gianluigi Buffon hat sogar seine eigene Mini-Bibliothek mitgebracht und arbeitet sich gerade durch einen 3.000-Seiten-Wälzer, während Damiano Tommasi, der als der "Intellektuelle" in der Mannschaft angesehen wird, erzählt, ebenfalls ein gutes Buch einem Videospiel vorzuziehen.
Der 33 Jahre alte Kaptän Paolo Maldini kann über die Idee, dass er sich an die Konsole setzen soll, um zu spielen, nur lachen. "Ich denke, das ist eher was für die jüngere Generation, vielleicht für meinen Sohn. Ich bevorzuge traditionelle Spiele wie Tischtennis oder Billard."
Deutsche Mannschaft noch ohne Konsolen
Umgekehrt musste der Leverkusener Spieler Bernd Schneider feststellen, dass nach der Ankunft im japanischen DFB-Quartier in Miyazaki noch nicht alles zum Besten steht. Schneider beklagte sich: "Es bereitet mir am meisten Kopfzerbrechen, dass es für meine Playstation keinen Anschluss gibt". Die in Europa vermarktete PAL-Version ist nicht mit japanischen TV-Geräten kompatibel.
Talk mit der Familie via Videokonferenz
Doch obwohl zumindest die italienische Mannschaft das Buch dem PS2-Game vorzieht, sind die Kicker noch lange keine Technik-Muffel.
Über einen High-Speed-Internetanschluss sprechen Maldini und viele andere Spieler regelmäßig via Videokonferenz mit ihren Familien in Italien.
