24.05.2002

TELCO-PLEITE

Bildquelle: company

KPNQwest in Auflösung begriffen

Der angeschlagene niederländische Datenkommunikationsanbieter KPNQwest verhandelt nach Angaben aus Branchenkreisen mit mehreren Unternehmen über den Verkauf von Teilen seines Netzwerkes.

"Es gibt fünf bis zehn Unternehmen, die eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben haben", hieß es heute aus den Branchenkreisen. Firmen treffen solche Vereinbarungen, um zu verhindern, dass ihr Eigentum betreffende Daten an die Öffentlichkeit gelangen.

KPNQwest hatte gestern Gläubigerschutz beantragt, nachdem die Hauptanteilseigner Qwest und KPN nicht zu weiteren Finanzspritzen bereit waren und die Banken keine neuen Kredite gaben.

Resteverwertung

Aus den Branchenkreisen hieß es weiter, die Liste der in einem Bericht der britischen Tageszeitung "Financial Times" genannten Interessenten sei "ziemlich genau", es gebe aber weitere.

Die Zeitung nannte in ihrer Freitagsausgabe die britischen Telekom-Konzerne Cable & Wireless und BT, die US-Unternehmen AT&T und Verizon sowie die spanische Telefonica als mögliche Käufer.

KPNQwest hatte gestern mitgeteilt, das Unternehmen befinde sich in Gesprächen mit den Hauptanteilseignern und den Banken, um die weitere Finanzierung sicher zu stellen.

Allerdings sei es bisher nicht gelungen, Käufer für nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögensteile zu finden.

Rekord-Verluste

Erst am Mittwoch hatte KPNQwest erklärt, Schätzungen, dass das Unternehmen im ersten Quartal einen Verlust von 283 Millionen Euro verzeichnet habe, seien eine "gute Annäherung an die untestierten Ergebnisse".