KaZaA geht das Geld aus
Das niederländischen Unternehmen KaZaA, verantwortlich für File-Swapping-Software von KaZaA, Grokster und frühere Versionen von Morpheus, gibt sich im Prozess gegen die Musikindustrie geschlagen: Der Online-Tauschbörse geht schlicht das Geld für die Gerichtskosten aus.
StreamCast, Vertreiber der Morpheus-Software, verliert damit einen renommierten Anwalt, der bereits mehrere Erfolge im Rechtsstreit mit den großen Musikkonzernen verzeichnen konnte.
"Der Fall ist in Gefahr, zusammenzubrechen, ganz einfach deshalb, weil die Beklagten finanziell zermürbt werden, bevor es zu einer Entschiedung kommt", heißt es seitens der Anwälte von StreamCast.
"Wenn das der Fall ist, wäre das ein unglücklicher verfahrenstechnischer Triumph einer Gruppe enorm mächtiger und reicher Unternehmen, der sich ausschließlich aus deren Macht und völlig unabhängig von der eigentlichen Streitangelegenheit ergibt."
November 2001: KaZaA wird verklagtFreispruch hatte Hoffnungen geweckt
Die Prozesse von KaZaA und StreamCast wurden von manchen Rechtsspezialisten als aussichtsreichste Kandidaten bei der Verteidigung von Peer-to-Peer-Technologien in der Nachfolge von Napster gesehen.
Tatsächlich gab ein holländisches Berufungsgericht KaZaA erst vor kurzem Recht, dass man nicht für die Copyright-Verletzungen von Usern, die die Technolgie benutzen, verantwortlich ist.
Freispruch: KaZaA ist nicht für Nutzung verantwortlichPer Prozess in den Ruin
Der drohende Zusammenbruch der Verfahren von KaZaA und StreamCast wird allerdings wenig unmittelbare Auswirkungen auf die File-Trading-Netzwerke haben.
Es zeigt sich aber, dass bekannte Peer-to-Peer-Unternehmen der zweiten Generation von den großen Medienkonzernen durch teure Gerichtsverfahren zur Schließung gezwungen werden, wie dies schon bei Napster der Fall war.
KaZaA listet seit kurzem neben kostenlosen Files auch Links kommerzieller Anbieter auf.
"Tag des Erwachens" für KaZaA-Nutzer
