Ron Sommers Posten wackelt
Die heute, Mittwoch vorgelegte Quartalsbilanz der Deutschen Telekom fiel noch schlechter aus als von Analysten befürchtet.
In den ersten drei Monaten dieses Jahres machte die Deutsche Telekom 1,8 Milliarden Euro Verlust, nach 358 Millionen Euro Minus im Quartal davor.
Als Grund nennt die DT hohe Abschreibungen bei Beteiligungen im Ausland, namentlich bei der US-Tochter VoiceStream. Ohne Berücksichtigung von Abschreibungen auf Beteiligungsvermögen und das Finanzanlagevermögen belief sich der Fehlbetrag auf 1,4 Milliarden Euro.
Die Beteiligung in Frankreich
Auch die Beteiligung bei France Telecom bringt Verluste, zumal
sich deren deutlich gesunkener Aktienkurs nun in der Bilanz der DT
niederschlägt. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwoch
ging es erneut bergab. Am Mittwoch um 17.00 notierte die T-Aktie nur
noch bei 12,48 Euro, was einem Kursverlust von 4,66 Prozent
entspricht.
Der ganze, schwarze TagAuch das Festnetzgeschäft lahmt
Deutlich unter dem Vorjahr blieb die umsatzstärkste Konzernsparte T-Com, die vor allem die nationalen und internationalen Festnetzaktivitäten umfasst. Der Vorsteuergewinn sank auf 694 Millionen Euro von 1,322 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.
Als Ursache nannte die Telekom unter anderem Preissenkungen bei Zusammenschaltungen mit Netzen anderer Anbieter und den Verkauf von zwei regionalen TV-Kabelnetzen. Forderungsausfälle hätten auf das Ebitda durchgeschlagen, das mit 2,467 Milliarden Euro 214 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert blieb.
Von den Höchstständen der T-Aktie von über hundert Euro im März 2000 hatten sich die meisten Anleger gedanklich schon verabschiedet. Doch dass der Kurs unter den ersten Ausgabepreis von knapp 15 Euro fallen würde, hätte niemand für möglich gehalten.
Aktie nahe am Allzeittief
Von den Höchstständen der T-Aktie von über hundert Euro im März
2000 hatten sich die meisten Anleger gedanklich schon verabschiedet.
Doch dass der Kurs unter den ersten Ausgabepreis von knapp 15 Euro
fallen würde, hätte niemand für möglich gehalten.
Deutsche Telekom unter Erstausgabekurs44 Prozent für Sommers Rücktritt
Im Gegensatz zur Telekom-Führung, deren Bezüge im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt wurden, mussten die Besitzer der "Volksaktie" erneut einen dramatischen Wertverlust hinnehmen. Die Dividende wurde um 40 Prozent auf 37 Cent pro Aktie gekürzt.
Nach einer Umfrage des Instituts Inra wollen 44 Prozent der Deutschen, dass der Vorstandsvorsitzende zurücktritt, nur knapp ein Viertel der Befragten sprach dem langjährigen Konzern-Lenker das Vertrauen aus.
Das sagt Ron Sommer
Sommer sagte dazu: "Diese Gerüchte um meine Person erlebe ich
jedes Jahr." Die Hauptversammlung am Dienstag allerdings wird ihm
aber aller Voraussicht nach zeigen, dass es immer noch
Steigerungsmöglichkeiten gibt.
Schröder stärkt Sommer den RückenUnzufriedenheit steigt
Schließlich sei schon vor einem Jahr die Stimmung äußerst mau gewesen, sagt Petra Krüll von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.
Und damals habe der Kurs der T-Aktie imerhin noch doppelt so hoch gelegen wie heute. "Die Unzufriedenheit wird in diesem Jahr also noch größer sein."
