Rätselhafte Lockerung der Netz-Zensur
China hat den Zugang zu den Internet-Angeboten westlicher Medien freigegeben, die bisher blockiert waren.
Besucher von Internet-Cafes in Peking und Schanghai konnten jetzt erstmals die Web-Seiten der US-Zeitung "The Washington Post" sowie der internationalen Nachrichtenagenturen Reuters und Associated Press aufrufen.
Andere Medienangebote wie der US-Sender CNN und taiwanische Zeitungen blieben aber weiter blockiert, ebenso die Seiten von als "subversiv" eingestuften Organisationen wie die Religionsgemeinschaft Falun Gong.
Erst letzte Woche hat China allerdings die Kontrolle von Internetcafes verschärft. Jugendliche dürfen nur noch in den Ferien und höchstens für drei Stunden eingelassen werden, ordnete das Kulturministerium nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua an. Kinder unter 16 Jahren können nur noch in Begleitung in Cybercafes. In China nutzen bisher etwa 30 Millionen der mehr als 1,2 Milliarden Einwohner das Internet, mit stark steigender Tendenz.
China erhöht Druck auf InternetcafesHintergründe unklar
Die "Behörde zur Beobachtung der Internet-Sicherheit" lehnte eine Stellungnahme auf die Frage ab, warum die Medienangebote nach jahrelanger Sperrung jetzt zugänglich sind und ob es sich dabei um eine dauerhafte Entscheidung handelt.
Beobachter wiesen aber darauf hin, dass die Lockerung zusammenfällt mit der Aufteilung des bisherigen Staatsmonopols China Telecom in zwei Unternehmen.
In diesem Zusammenhang soll auch das Verbot ausländischer Beteiligungen an chinesischen Telekommunikationsfirmen aufgehoben werden.
