21.05.2002

UNAUSGEREIFT

Bildquelle: orf on

Biometrische Systeme versagen im Test

Handelsübliche Zugangssicherungen auf der Basis von elektronischen Fingerabdruck-Kontrollen und anderen biometrischen Methoden sind leicht zu täuschen oder können in der Regel ohne größeren Aufwand ausgeschaltet werden.

Das ergab ein umfassender Test von elf biometrischen Zugangskontrollsystemen in der Zeitschrift "c't", der heute veröffentlicht wurde.

"Die Technik einer massentauglichen Identifizierung und Authentifizierung von Personen auf der Basis von Körpermerkmalen steckt offenbar noch in den Kinderschuhen", lautet das Fazit des Magazin-Experten Peter-Michael Ziegler.

Zu einfach, um wahr zu sein

Die Systeme wurden zum Beispiel durch Fingerabdrücke überlistet, die die Zugangsberechtigten auf Trinkgläsern hinterlassen hatten. Diese wurden von den Experten auf einen Klebefilm übertragen, mit dem sich das System zufrieden gab.

Einige Gesicht-Scanner ließen sich von Bildern täuschen, die zuvor heimlich fotografiert worden waren. Dabei hielten die Tester einen Laptop mit den Bildern des Berechtigten vor die Kamera und erhielten Zugang.

Auch die aufwendigeren Iris-Scanning-Systeme konnten nach einigem Ausprobieren ausgeschaltet werden. Ein auf mattes Tintendruckerpapier gesprühtes Digitalfoto eines Auges wurde von einem System als echtes Auge interpretiert.

Business boomt trotzdem

Biometrische Lösungen sollen in den kommenden Jahren nach den Vorstellungen vieler Unternehmen in der Computerindustrie herkömmliche Zugangskontrollen mit Passwörtern oder Einlasskarten ersetzen.