Berliner mobilisieren gegen Bush
Markus Reuter ist nur einer von tausenden Politikstudenten in Berlin. Doch sein Name dürfte dieser Tage auch dem Secret Service der USA geläufig sein.
Denn der 25-Jährige mobilisiert seit sechs Wochen zu Protesten während des Besuchs von US-Präsident George W. Bush in Berlin.
Seine Website www.bushinberlin.de ist zur Informationsbörse für alle Proteste rund um den Bush-Besuch geworden - für Demonstranten, aber auch für Polizei und US-Behörden.
Hits von Militär- und Regierungsstellen
"Bei uns loggen sich deutsche Stellen ein, aber auch das
amerikanische Militär und die Regierung", sagt Reuter über sein
Forum. Auch wenn sich die Protestszene schon vor dem Gipfel in Genua
übers Internet verständigt hat - für die deutsche Demo-Landschaft
ist die Site ein Novum.
bushinberlin.de"Alles sammeln, was in der Stadt so geht"
Reuter hat die Informationen verschiedener Gruppierungen miteinander vernetzt: "Ich wollte über die Gruppen hinweg alles sammeln, was in der Stadt so geht." Denn: "Das Problem ist doch meistens, dass die linke Szene untereinander zerstritten ist und sich dann verzettelt."
"Mir war aber nicht klar, dass die Seite so frequentiert wird", sagt Reuter.
Banner, Plakate und Texte werden tausende Male heruntergeladen, 500 andere Seiten verweisen auf das Projekt, längst werden nicht mehr alle mails beantwortet.
"Wenn Bush kommt, kommen wir auch"
Seine Seite vermittelt den Eindruck, als würde Berlin gestürmt.
Ein pechschwarzes Banner verkündet: "Wenn Bush kommt, kommen wir
auch", ein Atompilz schießt daneben empor, es ist die Rede vom
"Bush- Alarm", von Mitfahrbörsen, Busreisen und Tortenschlachten.
Reuter sieht das gelassen: "Ein bisschen Hype muss eben sein."
Kommunisten gegen Bill Gates
