17.05.2002

HOLD ON

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Ron Sommer will nicht zurücktreten

Der in die Kritik geratene Telekom-Chef Ron Sommer hat Rücktritts-Forderungen eine Absage erteilt.

"Das erlebe ich jedes Jahr", sagte Sommer in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". Verständnis äußerte er jedoch für Kleinaktionäre, die über die jüngsten Kurseinbrüche bei der Telekom-Aktie enttäuscht seien.

"Kann Ärger gut nachvollziehen"

"Den Ärger der Aktionäre kann ich gut nachvollziehen", sagte Sommer. Die Telekom sei heute "vollkommen zu Unrecht" kaum höher bewertet als bei ihrem Börsendebüt. Das hänge aber nicht mit den Unternehmensdaten, sondern allein "mit der verheerenden Stimmung am Kapitalmarkt und in der Branche zusammen".

Vorwürfe von Anlegern, er habe die US-Mobilfunktochter Voicestream überteuert eingekauft, wies Sommer zurück. "Wir werden um dieses Unternehmen beneidet und werden es unter keinen Umständen verkaufen." Allein die Voicestream-Funkfrequenzen in den USA seien 24 Milliarden USD wert.

Die Konkurrenten auf dem Mobilfunkmarkt bedachte Sommer mit heftiger Kritik. "Vor zwei Jahren haben sich die vier kleinen Mobilfunkanbieter dazu hinreißen lassen, je 8,5 Milliarden Euro für die UMTS-Lizenz zu zahlen. Das war sehr viel, für einige zu viel", sagte Sommer. Die Unternehmen hätten sich "verkalkuliert". Doch statt daraus die Konsequenzen zu ziehen, "rufen sie den Staat um Hilfe".